Klapprig waren die Schiffe, oft kaum seetüchtig, und dennoch waren die Passagiere überglücklich, sich auf die Reise machen zu können, auf die Reise in das "Gelobte Land". Die Überlebenden des Naziterrors in Europa hatten meist keine Familien mehr, keine Heimat, in die sie zurückkehren konnten. Ihre einzige Hoffnung: ein jüdischer Staat. Aber 1945 steht Palästina noch unter britischem Mandat, und die Briten verweigern die Einwanderung jüdischer Siedler. Der Film erzählt die Geschichte der auf den illegalen Aliyah-Bet-Schiffen nach Palästina flüchtenden Juden, und er erzählt die Geschichte jener Männer, die die Schiffe besorgten und unter abenteuerlichen Umständen durch die britische Blockade nach Palästina steuerten.
Gad Hilb etwa war 1926 aus Deutschland ausgewandert. Als Kapitän brachte er nach 1945 mehrere Schiffe nach Haifa, unter anderem die "Ulua" mit 500 jungen Frauen, die das Konzentrationslager Bergen-Belsen überlebt hatten. Das Fahrtziel der "Ulua" war angeblich Kuba, die Fracht angeblich Bananen. Das Wort Banane wurde zum Codewort für die illegalen Einwanderer. Lou Brettschneider und Dave Gutmann hatten als Schiffsingenieure auf den Flüchtlingsschiffen angeheuert und wurden von den Briten in das so genannte Kreuzfahrergefängnis von Accre eingeliefert. Wenige Wochen nach ihrer Freilassung brachten sie schon wieder ein Schiff nach Palästina. Fünfzig Jahre später treffen sich Hilb, Brettschneider und andere Crew-Mitglieder der Geheimen Flotte zum ersten Mal wieder in Haifa. Sie berichten über ihre abenteuerlichen Unternehmungen und wie damals alles angefangen hatte, als kurz nach Kriegsende im New Yorker Hotel Fourteen fünf Männer der Haganah abstiegen mit dem Auftrag, seetüchtige Schiffe aufzukaufen - unter ihnen Teddy Kollek, der spätere Bürgermeister von Jerusalem.
Die Sendung wird ausgestrahlt am Montag, den 07.05.2018 um 02:00 Uhr auf HR.