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Das Leben der Kühe

Dokumentation Frankreich 2016
Samstag, 05.05.2018 07:40 Uhr
arte
Samstag
05.05.2018
07:40 Uhr
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Bildquelle: Pressebild (ard2017)
Bildquelle: Pressebild (ard2017)

Vor 10.000 Jahren lebten in den europäischen Wäldern riesige Rinder mit ausladenden Hörnern: die Auerochsen. Dann begann der Mensch mit ihrer Domestizierung und schuf die Kuh. Durch Artenkreuzung passte er die Tiere im Lauf der Zeit so an, dass sie seinen Bedürfnissen und Wünschen immer mehr entsprachen. Die industrielle Viehzucht entstand. Fortan wurden Fleischrinder gezüchtet und Milchkühe wie die Holstein-Kuh. Die Milchproduktion verdreifachte sich innerhalb weniger Jahrzehnte.

Die Kuh der Zukunft entsteht heute durch künstliche Besamung. Durch die Auswahl weniger Zuchtbullen, die als Spitzenstiere gelten, wird ein schneller genetischer Fortschritt gewährleistet. Solche Superzuchtbullen können bis zu 400.000 Euro kosten und zeugen eine sehr große Nachkommenschaft, wie der "Wunder-Stier" Jocko Besne aus der Bretagne, dessen Töchter Milch im Überfluss gaben. Auf dem stark umkämpften Markt für Bullensperma wetteifern die Unternehmen darum, wer den hochwertigsten Samen anbietet - versprochen wird dabei proteinreiche Milch oder Leichtkalbigkeit.

In Belgien versah man Rinder mit dem zufällig aufgetretenen Doppellender-Gen, das ein kolossales Wachstum des Hinterteils bewirkt. Eine neue Rinderrasse, der Weißblaue Belgier, entstand. Diese perfekte Fleischrasse zeichnet sich durch weniger Knochenmasse, weniger Fett und mehr Muskeln aus. Ein solches Rind gibt rund 600 Kilogramm Fleisch.

Seit der Mensch Tiere züchtet, um sie zu essen, nutzt er die Möglichkeit zur Selektion natürlicher genetischer Mutationen. Doch inzwischen kann die DNA der Kühe mit Hilfe der Gentechnik direkt verändert werden - etwa um Medikamente oder menschliche Muttermilch zu produzieren. In Argentinien hat ein Forscherteam um Nicolás Mucci die erste transgene Klon-Kuh namens Rosita geschaffen, die proteinhaltige Muttermilch für Babys geben kann. Solche Kühe des dritten Jahrtausends werden "Bioreaktoren" genannt. Die Pharmaindustrie erhofft sich so Wettbewerbsvorteile.

Die Dokumentation zeigt, wie sich die Beziehung zwischen Mensch und Tier verändert hat, und beleuchtet kritisch, was der Wunsch nach der Hochleistungskuh in der Landwirtschaft konkret für die Tiere bedeutet. Die Dokumentation blickt hinter die Kulissen verschiedener Zuchtbetriebe und stellt die Forschungen um die erste transgene Klon-Kuh vor, die in der Lage ist, Muttermilch für menschliche Babys zu produzieren.

Textquelle: Presseportal

Die Sendung wird ausgestrahlt am Samstag, den 05.05.2018 um 07:40 Uhr auf arte.

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Dokumentation/Reportage, Tiere, Wissenschaft/Forschung