

Was würde geschehen, wenn sich der Mensch ganz zurückzöge und den Wald sich selbst überließe? Diese Überlegung ist keine blanke Theorie. In verschiedenen Regionen Bayerns werden seit 1978 kleine Schutzgebiete ausgewiesen und dort ist jeder Eingriff streng untersagt. 154 solcher Naturwaldreservate finden sich 2008 über ganz Bayern verstreut. In diesen kleinen Reservaten hat der Wald begonnen sich zu verändern, am offensichtlichsten ist das viele tote Holz, umgefallene oder morsche Baumruinen, die mit ihren blanken Ästen in den Himmel ragen. Und genau dieses "Totholz" scheint eine zentrale Rolle zu spielen für die Zukunft dieser unberührten Wälder. Die abgestorbenen Baumveteranen sind das Zentrum für neues Leben. Sie bieten Spechten die Möglichkeit, sich eine Unterkunft zu bauen, andere Tiere wie Dohlen, Siebenschläfer, Hornissen oder Fledermäuse profitieren als Nachmieter. Außerdem dienen sie als Nahrungsgrundlage oder Wohnung für viele Insektenlarven oder Pilze.
Ob diese Naturwaldreservate jemals wieder zu Urwald werden können - so wie er Bayern seit Urzeiten bedeckt -, ist fraglich. Auch ob wieder Tiere zurückkehren werden, bleibt ungewiss. Über alle Gebiete unterschiedlichen Alters hinweg lässt sich die Entwicklung gut verfolgen. Es ist gleichzeitig ein Schritt nach vorne und zurück in eine längst vergangene Zeit. Film von Markus Frenzel
Die Sendung wird ausgestrahlt am Mittwoch, den 04.04.2018 um 10:25 Uhr auf BR.