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Das Zeitalter der Reformation im Südwesten

"Geschichte im Südwesten"
Freitag, 30.03.2018 08:15 Uhr
SR
Freitag
30.03.2018
08:15 Uhr
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Bildquelle: ARD-Pressebild
Bildquelle: ARD-Pressebild

Als Martin Luther im Oktober 1517 seine 95 Thesen gegen den Ablassmissbrauch veröffentlicht, ahnt er nicht, dass dies die Welt verändern würde. Am Ende wird nichts mehr sein, wie es war. Im Zeitalter der Reformation und der Renaissance verändert sich alles: die Religion, die Wissenschaft, die Kunst und der Alltag der Menschen.
Käufliches Seelenheil
Ungewollt wird Albrecht von Brandenburg, seit 1514 Erzbischof von Mainz, zum Auslöser der Reformation. Ein unbeliebter, ja geradezu verhasster Kirchenfürst. Er lässt den im 16.Jahrhundert üblichen Ablasshandel intensivieren, auch um seine Schulden zu begleichen. Er und die katholische Kirche versprechen den Gläubigen, dass sie sich durch den Kauf eines Ablassbriefes von ihren Sündenstrafen freikaufen können. Ein verführerisches und gewinnbringendes Angebot, denn nichts fürchten die Menschen damals mehr, als nach dem Tod lange im Fegefeuer zu schmoren.
Auf zu neuem Glauben
Und dann kommt 1517 Martin Luther, der sich auf die Bibel beruft, in der er keinen Hinweis auf die Rechtmäßigkeit des Ablasshandels findet. Er behauptet, allein durch die Gnade Gottes könne der Mensch die Vergebung seiner Sünden und das ewige Leben erlangen. Er vertritt somit Thesen von enormer Sprengkraft. Und er ist ein Meister in der Handhabung der damals neuen Medien, vor allem in der massenhaften Verbreitung von Flugblättern. Auch deshalb werden seine Thesen auch im Südwesten rasch bekannt. Hier findet er bald treue Anhänger wie Johannes Brenz und Philipp Melanchthon, die auch zu Luther halten, als 1521 auf dem Reichstag zu Worms die Reichsacht über ihn verhängt wird und er damit für vogelfrei erklärt wird.
Forderung nach Freiheit
In Memmingen legen die Bauern in den 12 Artikeln ihre Forderungen schriftlich nieder. Diese 12 Artikel gelten heute, fast 500 Jahre später, als die erste Menschenrechtserklärung der Welt. Doch damals will die kirchliche und weltliche Macht den Forderungen nicht nachgeben. Und Luther, Melanchthon, Brenz? Sie alle verurteilen die Aufständischen. Die Bauern haben wohl die proklamierte "Freiheit des Christenmenschen" zu wörtlich genommen. Es kommt zu blutigen Auseinandersetzungen, in denen die Bauern hoffnungslos unterlegen sind. Am Ende des Jahres 1525 sind die Aufstände vernichtend niedergeschlagen.

Textquelle: Presseportal

Die Sendung wird ausgestrahlt am Freitag, den 30.03.2018 um 08:15 Uhr auf SR.