

Er ist der Große des Nordens, der herausragende Vertreter der skandinavischen Gegenwartskunst: Per Kirkeby. Die Filmemacherin Evelyn Schels besucht ihn in seinem Atelier bei Kopenhagen, beobachtet ihn bei der Arbeit an einem seiner großformatigen Ölgemälde. Er sei ein altmodischer Künstler, meint Kirkeby, wenn die Natur im Frühling grün sei, würde er auch grüne Farbe benutzen, auch wenn er grün eigentlich hasse. Aber da er sehr lange an einem Bild arbeitete, könnten sich im Herbst andere Farben über das Grün legen.
Die Bilder des promovierten Geologen bestehen aus kraftvoll aufgetragenen Farbschichten, gleich den Gesteinsschichten, die unter der Erdoberfläche liegen. Er hat viele Expeditionen gemacht. Als Feldgeologe würde er wie als Maler arbeiten: genau beobachten, Skizzen machen und Hypothesen entwickeln. Warum verschieben sich Erdschichten und Kontinente? Kirkeby überträgt seinen Blick als Geologe auf sein Werk.
Der Film zeigt den Künstler auch in seinem Atelier auf Laesoe, einer kleinen Insel im Kattegat hoch im Norden. Seit über 40 Jahren verbringt Per Kirkeby auf der flachen Insel mit den weiten Horizonten die Sommermonate. Hier hat er genügend Raum, um auch an seinen großen Skulpturen zu arbeiten. Jeden Tag geht er ans Meer, versucht sich von Gedanken freizumachen, damit der Malermotor ungestört arbeiten kann. Ein Film von Evelyn Schels
Die Sendung wird ausgestrahlt am Sonntag, den 25.03.2018 um 10:00 Uhr auf SWR.