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Tödliche Rache

Vom Holocaust-Opfer zum Mörder - Thema: Gegen das Vergessen
Dienstag, 30.01.2018 23:30 Uhr
arte
Dienstag
30.01.2018
23:30 Uhr
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Bildquelle: Pressebild (ard2017)
Bildquelle: Pressebild (ard2017)

Der 85-jährige Mosche Knebel ist ein Großvater wie viele andere - und doch trägt er ein dunkles Geheimnis. Als Partisan und Mitglied des polnischen Geheimdienstes hat er sich nach dem Zweiten Weltkrieg grausam gerächt für die Ermordung seiner Familie: an den Nazis, aber auch an den Polen, die seine Familie an die Nazis verraten hatten.

Zusammen mit seinen drei Kindern, seinem Sohn David und seinen beiden Töchtern Hannah und Batya, macht Mosche sich von Israel auf den Weg zurück in seine alte Heimat, nach Polen. Es wird eine Reise in eine dunkle Vergangenheit, von der seine Kinder immer nur Bruchstücke erfahren haben, ohne je die ganze Wahrheit über ihren Vater zu kennen.

1942: Nur knapp entkommt der 15-jährige Mosche der Ermordung seiner Familie durch Nazis und polnische Kollaborateure. Er schließt sich russischen Partisanen an und überlebt die Kriegsjahre in den Wäldern Polens. Nach dem Ende des Kriegs wird er Mitglied der polnischen Geheimpolizei. Sein offizieller Auftrag: die Feinde des Kommunismus ausschalten.

Im Geheimen beginnt Mosche jedoch einen gnadenlosen Rachefeldzug gegen alle, die seine Familie auf dem Gewissen haben. Auge um Auge. Wie gehen seine Kinder damit um, dass ihr Vater nicht nur ein Holocaust-Überlebender, sondern auch ein Täter, ein Mörder war? Wie wird die Begegnung zwischen Mosche und seinen alten polnischen Nachbarn und Freunden sein, die bei der Auslöschung seiner Familie zugesehen haben? Es wird für Vater und Kinder eine schmerzliche Reise in die Vergangenheit, an deren Ende sich alle mit neuen Augen sehen werden.
Zum Gedenktag der Befreiung von Auschwitz

Am 27. Januar 1945 befreit die Rote Armee das Vernichtungslager Auschwitz. Dieses Datum wird 60 Jahre später durch die Vereinten Nationen zum Internationalen Tag des Gedenkens an die Opfer des Holocaust erklärt. Aus diesem Anlass hat ARTE einen Themenschwerpunkt mit Filmen der französischen Filmemacher Claude Lanzmann und Emil Weiss ins Programm genommen.

Claude Lanzmann versuchte mit seinem großen Dokumentarfilm "Shoah" das Unnennbare zu benennen. Damit ging der hebräische Begriff der "Schoah" in den aktiven Wortschatz vieler Sprachen und Gesellschaften für das unvergleichliche Geschehen während des Zweiten Weltkriegs ein: die industrielle Ermordung - der Genozid - von sechs Millionen Menschen jüdischen Glaubens auch Holocaust - "ganz verbrannt" - genannt. Claude Lanzmann reiste über elf Jahre durch ganz Europa und Israel und sprach mit Menschen, die die Schoah überlebt hatten. Er arbeitete nahezu zwei Jahrzehnte an dem mehr als neunstündigen Dokumentarfilm.

Bei der Montage von "Shoah" stellte Claude Lanzmann aber fest, dass er einige der langen Gespräche, die er geführt hatte, nicht für "Shoah" verwenden konnte. Aus diesem Material entstanden in den letzten Jahren mehrere Dokumentarfilme, die ARTE nun zeigt. Vier bewegende Interviews mit Frauen, die den Gräueln der Nazis entkommen konnten, montierte Lanzmann zu der Dokumentarfilmreihe "Vier Schwestern". Ruth Elias, Ada Lichtman, Paula Biren und Hanna Marton sind Überlebende und schildern ihre Geschichte sehr intim und schonungslos offen.

2013 erscheint ein weiterer Film aus den "Shoah"-Interviews. "Der letzte der Ungerechten" basiert auf unveröffentlichtem Material aus Gesprächen mit dem Rabbiner Benjamin Murmelstein. Dr. Murmelstein war eine sehr ambivalente Persönlichkeit. Er wurde von den Nationalsozialisten unter Zwang zum Mitglied des Wiener "Judenrates" und später nach der Ermordung Dr. Eppsteins zum dritten "Judenältesten" in Theresienstadt ernannt. Zeitlebens stand er unter Kollaborationsverdacht. Doch sein Bemühen, möglichst viele Menschen zu retten, rückt ihn in ein anderes Licht. Claude Lanzmann marschiert mit Dr. Murmelstein durch das hell erleuchtete Rom und lässt ihn von der Dunkelheit Theresienstadts erzählen.

Ergänzt wird die Lanzmann-Reihe mit dem Dokumentarfilm "Auschwitz. Das Projekt" von Emil Weiss. Der Film zeigt in bedrückender Stille Zeitzeugenberichte von vier Auschwitz-Überlebenden.

Textquelle: Presseportal

Die Sendung wird ausgestrahlt am Dienstag, den 30.01.2018 um 23:30 Uhr auf arte.

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Dokumentation/Reportage, NS-Zeit und Folgen,
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30.01.2018 23:30arte24.01.2017 23:00arte