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Auschwitz. Das Projekt.

Dokumentation Frankreich 2017 - Thema: Gegen das Vergessen
Dienstag, 30.01.2018 22:30 Uhr
arte
Dienstag
30.01.2018
22:30 Uhr
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Bildquelle: Pressebild (ard2017)
Bildquelle: Pressebild (ard2017)

Das Konzentrationslager Auschwitz-Birkenau war ein riesiger Komplex mit verschiedenen Lagerbereichen, verteilt über eine Fläche von rund 40 Quadratkilometern. Neben den drei Hauptlagern Auschwitz I (Konzentrationslager), Auschwitz II - Birkenau (Konzentrations- und Vernichtungslager) und Auschwitz III - Monowitz (Arbeitslager) gab es das sogenannte Interessengebiet des KL Auschwitz mit mehreren Fabriken und Landwirtschaftsbetrieben, Nebenlagern, Forschungszentren, einem umfassenden Städtebauprojekt sowie zahlreichen betrieblichen Einrichtungen. Weiter außerhalb befanden sich außerdem rund 30 Außenlager, Bergwerke und weitere Fabriken.

So spiegeln sich im KZ Auschwitz Hitlers größenwahnsinnige Pläne wider. Der Komplex vereinte zwei der großen Obsessionen des "Führers": die sogenannte Eroberung neuen Lebensraums in Osteuropa und die - wie Hitler am 30. Januar 1939, dem 6. Jahrestag der sogenannten Machtergreifung, im Reichstag, der in der Berliner Kroll-Oper tagte, ankündigte - "Vernichtung der jüdischen Rasse in Europa".

"Auschwitz. Das Projekt" veranschaulicht anhand von erhaltenen Lagergebäuden und Teilen der Infrastruktur die ersten Projekte der Nationalsozialisten zur Neuordnung der besetzten osteuropäischen Gebiete. Hier sind alle Elemente der nationalsozialistischen Territorialpolitik, Bevölkerungspolitik und Politik der sogenannten Rasse, Konzentrations- und Vernichtungspolitik, Industriepolitik, Landwirtschaftspolitik und Forschungspolitik - im Prinzip sämtliche politische Strategien des NS-Staates erkennbar.

Nach der Trilogie "Sonderkommando Auschwitz-Birkenau", "Zeugnis geben über Auschwitz" und "Die Auschwitz-Ärzte des Todes" ist "Auschwitz. Das Projekt" der vierte Dokumentarfilm des Pariser Filmemachers Emil Weiss in seiner unverwechselbaren eigenen Bild- und Tonsprache.
Zum Gedenktag der Befreiung von Auschwitz

Am 27. Januar 1945 befreit die Rote Armee das Vernichtungslager Auschwitz. Dieses Datum wird 60 Jahre später durch die Vereinten Nationen zum Internationalen Tag des Gedenkens an die Opfer des Holocaust erklärt. Aus diesem Anlass hat ARTE einen Themenschwerpunkt mit Filmen der französischen Filmemacher Claude Lanzmann und Emil Weiss ins Programm genommen.

Claude Lanzmann versuchte mit seinem großen Dokumentarfilm "Shoah" das Unnennbare zu benennen. Damit ging der hebräische Begriff der "Schoah" in den aktiven Wortschatz vieler Sprachen und Gesellschaften für das unvergleichliche Geschehen während des Zweiten Weltkriegs ein: die industrielle Ermordung - der Genozid - von sechs Millionen Menschen jüdischen Glaubens auch Holocaust - "ganz verbrannt" - genannt. Claude Lanzmann reiste über elf Jahre durch ganz Europa und Israel und sprach mit Menschen, die die Schoah überlebt hatten. Er arbeitete nahezu zwei Jahrzehnte an dem mehr als neunstündigen Dokumentarfilm.

Bei der Montage von "Shoah" stellte Claude Lanzmann aber fest, dass er einige der langen Gespräche, die er geführt hatte, nicht für "Shoah" verwenden konnte. Aus diesem Material entstanden in den letzten Jahren mehrere Dokumentarfilme, die ARTE nun zeigt. Vier bewegende Interviews mit Frauen, die den Gräueln der Nazis entkommen konnten, montierte Lanzmann zu der Dokumentarfilmreihe "Vier Schwestern". Ruth Elias, Ada Lichtman, Paula Biren und Hanna Marton sind Überlebende und schildern ihre Geschichte sehr intim und schonungslos offen.

2013 erscheint ein weiterer Film aus den "Shoah"-Interviews. "Der letzte der Ungerechten" basiert auf unveröffentlichtem Material aus Gesprächen mit dem Rabbiner Benjamin Murmelstein. Dr. Murmelstein war eine sehr ambivalente Persönlichkeit. Er wurde von den Nationalsozialisten unter Zwang zum Mitglied des Wiener "Judenrates" und später nach der Ermordung Dr. Eppsteins zum dritten "Judenältesten" in Theresienstadt ernannt. Zeitlebens stand er unter Kollaborationsverdacht. Doch sein Bemühen, möglichst viele Menschen zu retten, rückt ihn in ein anderes Licht. Claude Lanzmann marschiert mit Dr. Murmelstein durch das hell erleuchtete Rom und lässt ihn von der Dunkelheit Theresienstadts erzählen.

Ergänzt wird die Lanzmann-Reihe mit dem Dokumentarfilm "Auschwitz. Das Projekt" von Emil Weiss. Der Film zeigt in bedrückender Stille Zeitzeugenberichte von vier Auschwitz-Überlebenden.

Textquelle: Presseportal

Die Sendung wird ausgestrahlt am Dienstag, den 30.01.2018 um 22:30 Uhr auf arte.

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Dokumentation/Reportage, NS-Zeit und Folgen, Geschichte, Befreiung Auschwitz
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30.01.2018 22:30arte