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Thema: Achtung Blindgänger! Kampfmittelbeseitigungsdienst im Einsatz

Moderation: Martin Richter
Mittwoch, 10.01.2018 14:45 Uhr
PHOENIX
Mittwoch
10.01.2018
14:45 Uhr
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Bildquelle: Pressebild (ard2017)
Bildquelle: Pressebild (ard2017)

Fast 70 Jahre wurde auf deutschem Territorium kein Krieg mehr geführt. Trotzdem werden pro Jahr ca. 5000 Blindgänger vom Kampfmittelräumdienst entfernt. Wie viele Altlasten aus den Weltkriegen noch auf Deutschem Gebiet lagern, ist schwer einzuschätzen.

In München haben Anwohner, die den Bombenangriff im 2. Weltkrieg überlebt haben, Jahrzehnte später mit den Schäden der Bombensprengung vom 29.08.2012 zu kämpfen. Wie kann es sein, dass eine Bombe, die so lange unbekannt in der Erde liegt, plötzlich gesprengt werden muss? Und wer kommt für den entstandenen Schaden auf?

Die Bewohner von Oranienburg kennen diese Probleme; in kaum einer anderen Stadt wird der Alltag so oft von Bombenfunden durchkreuzt. Evakuierungen stehen hier auf der Tagesordnung. Seit September 2012 läuft die Munitionssuche am Bahnhof Oranienburg. Vier Blindgänger wurden bislang gefunden und während einer 16-tägigen Vollsperrung sollen diese nun entsorgt werden. Die Suchaktion in Zahlen: Kosten: ca. 20 Millionen Euro. Gebohrte Löcher: 11.363. Verdachtspunkte: 66. Drei Wochen nerviger Schienenersatzverkehr für die Bewohner.

Nicht nur in Oranienburg, auch in Duisburg, Köln, Koblenz, München und Leipzig sind Blindgänger immer wieder Thema, mal durch kleinere Evakuierungen in der Nachbarschaft, mal durch spektakuläre Sprengungen. Welche Gefahr geht fast 70 Jahre nach dem Weltkrieg noch von Blindgängern aus? Und was wurde aus den Minen am Grenzstreifen, der Deutschland noch vor 25 Jahren teilte? Wie arbeitet der Kampfmittelräumdienst genau und wer bezahlt den Einsatz?

Martin Richter hat den Kampfmittelbeseitigungsdienst in Brandenburg besucht und ist diesen Fragen nachgegangen. * Darin die Dokumentation: Bombengrab Ostsee
Film von Stefan Bornhof und Karlo Malmedie

Bomben, Granaten, Chemiewaffen - all das wurde nach Ende des Zweiten Weltkrieges im Auftrag der Alliierten direkt vor den Stränden Schleswig-Holsteins und Mecklenburg-Vorpommerns entsorgt. Experten gehen davon aus, dass etwa ein Drittel des Ostseebodens bereits mit Munitionsaltlasten kontaminiert ist.

Eine Studie des Bundesamtes für Seeschifffahrt und Hydrographie nennt erstmals offizielle Zahlen: In deutschen Hoheitsgewässern liegen 1,6 Millionen Tonnen Waffenschrott, vieles davon vom Rost zerfressen - eine tickende Zeitbombe für die Umwelt: Immer wieder gelangen giftige Inhaltsstoffe ins Wasser.

Die Freisetzung von explosiven und hochgiftigen Inhaltsstoffen gefährdet Mensch und Umwelt gleichermaßen. Torpedofunde am Strand von Heiligendamm und Anspülungen von Phosphor auf der Ferieninsel Usedom unterstreichen die Dringlichkeit, mit der man das Problem endlich angehen müsste. Doch effektive Maßnahmen, die Altmunition umweltgerecht zu entsorgen, werden von den Behörden bislang nicht in Angriff genommen.

Der Meeresbiologe Dr. Stefan Nehring beschäftigt sich seit mehr als zehn Jahren mit Munitionsaltlasten, die in deutschen Gewässern verklappt wurden. Mit ihm geht die ZDF-Dokumentationsreihe "planet e." auf Spurensuche - sowohl über, als auch unter Wasser.

Textquelle: Presseportal

Die Sendung wird ausgestrahlt am Mittwoch, den 10.01.2018 um 14:45 Uhr auf PHOENIX.

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Dokumentation/Reportage, Ausbildung/Beruf, Umweltfragen/Klima, NS-Zeit und Folgen