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alpha-Österreich: Arisierung (2/2) - Die verlorenen Jahre

Montag, 15.01.2018 13:00 Uhr
ARD alpha
Montag
15.01.2018
13:00 Uhr
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Raub, Flucht, Heimkehr und die Restitution der einstigen Besitztümer - davon handeln die Geschichten der Menschen, die durch den Raubzug der Nationalsozialisten alles verloren haben. Sie stehen im Mittelpunkt dieser Dokumentation von Kurt Mayer.
Unter dem Terminus "Arisierung" wurden ihnen Betriebe, Wirtschafts- oder Kunstgüter geraubt. Die verlorenen Jahre der Aufarbeitung sind längst noch nicht abgeschlossen. Anhand von Beispielen und Gesprächen mit Zeitzeugen, moderiert von Danielle Spera, skizziert Autor und Regisseur Kurt Mayer Fallstudien des Massenraubs und seine Folgen.
Neben 2.000 Gemeindewohnungen wurden auch 20 Prozent aller in Wien gemeldeten Autos ihren Besitzern weggenommen. In Heidenreichstein im Waldviertel hatte man von erfolgreichen jüdischen Textilunternehmen maßgeblich profitiert. Nach dem Anschluss wurden sämtliche Betriebe beschlagnahmt und heute erinnert nichts mehr an die ursprünglichen Eigentümer.
Der Film verfolgt auch die absurden Verstrickungen der handelnden Personen in der Restitution arisierter Betriebe und Vermögen nach dem Krieg. Ein herausragendes Beispiel dafür ist der Jurist Walther Kastner, der eine entscheidende Rolle in der Arisierung der Lenzinger Zellwolle- und Papierfabrik spielte. Zur Rechenschaft wurde er nie gezogen, alle Verfahren gegen ihn wurden eingestellt und er beendete seine Karriere als hochgeachteter Professor an der Universität Wien.
1946 beginnt der bis heute andauernde Prozess der Restitution mit ihren mannigfachen Formen der Verzögerung und Verweigerung. Er war eng verknüpft mit der Identitätsfindung der Zweiten Republik - zwischen Opfermythos und Täterrolle. Die entscheidende Wende erfolgt in den Waldheim-Jahren. Der Satz Kurt Waldheims "Ich habe nur meine Pflicht getan" wird zum Auslöser des Umdenkens. Eine hochkarätige Historikerkommission wird eingesetzt und 1995 übernimmt der Nationalfonds die Aufgabe der Restitution.
Das vorläufig letzte Kapitel stellt der spektakuläre Fall der Rückforderung von Klimts "Goldener Adele" durch die rechtmäßige Erbin Maria Altmann dar, der schließlich sogar verfilmt wurde.
Mit dem Anschluss Österreichs an Deutschland 1938 wurde die jüdische Kultur in Wien ausgelöscht. Bis dahin war sie fixer Bestandteil - Wissenschaft, Kunst und Wirtschaft waren - besonders in der Zeit der Jahrhundertwende - von den Wiener Juden geprägt.
Raub, Flucht, Heimkehr und die Restitution der einstigen Besitztümer - davon handeln die Geschichten der Menschen, die durch den Raubzug der Nationalsozialisten alles verloren haben. Sie stehen im Mittelpunkt dieser Dokumentation.
Unter dem Terminus "Arisierung" wurden ihnen Betriebe, Wirtschafts- oder Kunstgüter geraubt. Die verlorenen Jahre der Aufarbeitung sind längst noch nicht abgeschlossen. Anhand von Beispielen und Gesprächen mit Zeitzeugen, moderiert von Danielle Spera, skizziert Autor und Regisseur Kurt Mayer Fallstudien des Massenraubs und seine Folgen.

Textquelle: Presseportal

Die Sendung wird ausgestrahlt am Montag, den 15.01.2018 um 13:00 Uhr auf ARD alpha.

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15.01.2018 13:00ARD alpha10.01.2018 22:45ARD alpha