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Stil-Epochen (4)

Frühes Mittelalter und Romanik (750-1250)
Dienstag, 26.12.2017 16:15 Uhr
ARD alpha
Dienstag
26.12.2017
16:15 Uhr
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Bildquelle: Pressebild (ard2017)
Bildquelle: Pressebild (ard2017)

Blockhaft und mächtig wirken die erhaltenen romanischen Bauten. Der Rundbogen ist das prägendste Stilelement jener Zeit - und erklärt in seiner statischen Notwendigkeit das wuchtige Erscheinungsbild der Kirchen. Gleichzeitig schaffen Mönche und Künstler neue bildhafte Erzählweisen in der Buchkunst und in der Bildhauerei. Romanik bezeichnet die Architektur des Mittelalters vom 8. bis zum 13. Jahrhundert, die sich auf die römische Bauweise bezieht. Frühromanik und Vorromanik gehen auf unterschiedliche Herrschergeschlechter zurück, die Ottonen und die Karolinger. Zu letzterer Herrscherfamilie gehört Karl der Große, der in Aachen seine Lieblingsresidenz (Pfalz) errichten lässt, die heute zum Aachener Dom gehört und zu den wichtigsten architektonischen Zeugnissen dieser Rückbesinnung auf die geistigen und kulturellen Traditionen Roms zählt. Die Pfalz Aachen soll ein "zweites Rom" repräsentieren und geht als "karolingische Renovatio" in die Kunstgeschichte ein.
Auch der Dom zu Speyer greift die neue Technik des Rundbogens auf. Das Mittelschiff besteht aus sechs, die beiden Seitenschiffe aus zwölf Gewölbeabschnitten, auch Joche genannt. Jedes Joch überdacht ein Kreuzgratgewölbe aus sechs Bögen. Vier, die das Gewölbe von unten halten; zwei, die es überspannen. Vor den wuchtigen Pfeilern stehen Halbsäulen, auf denen die beiden Gurtbögen ruhen. Sie fangen die enormen Druckkräfte ab, stabilisieren die Konstruktion - und erklären die massive Erscheinung romanischer Kirchen. Neben den Kreuzgratgewölben sind auch die Rundbögen statische Notwendigkeiten. Die Bogenform gibt die Druckkräfte nach unten weiter. Dadurch wird es möglich, größere Öffnungen und Räume zu überspannen.

Eine weitere Neuerung findet in den Skriptorien der Klöster statt. Im Kloster Reichenau beispielsweise schreiben und bebildern die Mönche das Perikopenbuch. "Perikope" kommt aus dem Griechischen und bedeutet Verstümmelung, was in diesem Fall heißt: Die Bibel wird auf die Textstellen verkürzt, die vom Leben Jesu erzählen. Und auch der Auftraggeber des Buches, Heinrich II., lässt sich hier abbilden, im kaiserlichen Krönungsornat. Um zu zeigen, dass es hier nicht um den Menschen, sondern um das Göttliche geht, fehlt der mittelalterlichen Malerei jegliche Körperlichkeit und räumliche Perspektive. Aus diesem Grund breiten sich die Bilder auch auf goldenem Grund aus, zeit- und ortlos.

Im deutschsprachigen Raum reicht die Romanik bis zur Mitte des 13. Jahrhunderts. In Frankreich wird sie schon ein Jahrhundert früher von der Gotik abgelöst, die völlig neue Formen des Kirchenbaus einführt. Durch welche künstlerischen Tricks Leonardo da Vincis wurde die "Mona Lisa" so berühmt, was sind die prägenden stilistischen Bauelemente der Gotik oder wie und warum verwendete Joseph Beuys Filz und Fett in seinen Objekten. Die 13-teilige Fernsehserie-Serie "Stil-Epochen" gibt auf all diese Fragen eine Antwort. Es ist eine filmische Reise durch Europa an die wichtigsten Orte künstlerischen und architektonischen Schaffens, wo unterschiedliche Stile sichtbar in ihrem historischen Kontext dargestellt und an eindrücklichen Beispielen für den Zuschauer erfahrbar werden. Stilmerkmale werden von Prof. Dr. Hubertus Kohle, Institut für Kunstgeschichte, LMU München aus ihrem räumlichen Zusammenhang hervorgehoben, beschrieben und erläutert. Er gibt der Sendung ein Gesicht und führt seine Zuschauer jeweils 15 Minuten durch die Stil-Epochen der Kunstgeschichte.

Die Sendung wird ausgestrahlt am Dienstag, den 26.12.2017 um 16:15 Uhr auf ARD alpha.

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Schlagwoerter
Dokumentation/Reportage, Kunst, Geschichte
Alternative Ausstrahlungstermine
26.12.2017 16:15ARD alpha