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Ägyptens versunkene Hafenstadt

Ein Mythos taucht auf
Dienstag, 26.12.2017 09:00 Uhr
arte
Dienstag
26.12.2017
09:00 Uhr
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Bildquelle: Pressebild (ard2017)
Bildquelle: Pressebild (ard2017)

In der versunkenen Hafenstadt Herakleion im Mündungsdelta des Nils soll früher ein buntes Leben geherrscht haben. Die Stadt galt um die Zeitenwende als das Tor nach Ägypten. Hier kamen die Handelsschiffe aus Griechenland an, und im Haupttempel erhielten die neuen Pharaonen ihre Weihen.

Doch im 7. Jahrhundert versank die Stadt auf rätselhafte Weise in den Fluten und verschwand zunehmend aus dem Gedächtnis der Menschen. Von Herakleion blieb nicht viel mehr übrig als ein paar dürftige Erwähnungen in antiken Texten. Über die Jahrhunderte verschob sich die Mündung des Nils, und an der Stelle, an der einst die Stadt gewesen sein musste, ist heute nur noch Wasser. Der französische Meeresarchäologe Franck Goddio wagt sich mit großer Beharrlichkeit an die Herkulesaufgabe, die versunkene Stadt wiederzufinden.

Das Forschungsgebiet erstreckt sich über 150 Quadratkilometer - was etwa der halben Fläche der Stadt Leipzig entspricht. Die Sicht unter Wasser ist extrem schlecht, und die Reste der Stadt liegen versunken im Sediment. Nicht einmal ihr Name ist eindeutig. In den alten Texten ist mal von Herakleion, mal von Thonis die Rede. Schließlich machen Franck Goddios Taucher eine sensationelle Entdeckung: Sie legen den Haupttempel Herakleions frei, den legendären Amun-Gereb-Tempel. In den folgenden Jahren geht es Schlag auf Schlag: Goddio findet meterhohe Kolossalstatuen, Gold und Schmuck, Anker, Schiffe, Keramiken und Alltagsgegenstände. Wie lebten die Menschen in Herakleion? Wie intensiv war der Seehandel? Wie groß war der kulturelle Austausch mit den anderen Mittelmeerländern? Jeder gefundene Gegenstand gibt Aufschluss über das Leben in der antiken Stadt. Am Ende gelingt es Franck Goddio sogar, das jahrtausendealte Rätsel um die beiden Städtenamen zu lüften.

Mit jedem Quadratmeter Meeresgrund, den der Meeresarchäologe erforscht, wird die legendäre Hafenstadt lebendiger. Ein Mythos taucht auf. Die Dokumentation schildert die jahrelange penible Suche nach der versunkenen Stadt und zeigt, wie einzelne Funde langsam ein Gesamtbild ergeben, von ersten Umrissen bis hin zu einem detaillierten Stadtplan der einst blühenden Hafenstadt.
Thementag: Ägypten

Die Ära des alten Ägypten war eine wichtige Inspirationsquelle der Hollywoodfilme der 50er und 60er Jahre. Zu Weihnachten präsentiert ARTE im Rahmen des "Thementags Ägypten" zwei fesselnde amerikanische Monumentalfilme: "Sinuhe der Ägypter" von Michael Curtiz und "Land der Pharaonen" von Howard Hawks. Außerdem werden im Laufe des Tages mehrere Dokumentarfilme über die reiche Geschichte und die einzigartigen Kulturschätze Ägyptens ausgestrahlt - wie "Planet Ägypten", "Ägyptens versunkene Hafenstadt" und "Mit dem Zug durchs … Nildelta".

"Sinuhe der Ägypter" erzählt die Lebensgeschichte des ägyptischen Arztes Sinuhe. Als alter Mann lebt Sinuhe allein und verlassen im Exil und erinnert sich an sein vergangenes Leben. Sein Schicksal trieb ihn durch Höhen und Tiefen, durch Armut und Not zu Reichtum und Macht. Ein spannendes Abenteuer im vorchristlichen Orient nach dem gleichnamigen Bestseller des finnischen Schriftstellers Mika Waltari. In "Land der Pharaonen" steht der von Gold und Reichtum besessene Pharao Cheops im Mittelpunkt. Dieser wünscht sich, am Tag seines Todes mit seinem Schatz begraben zu werden. Große Sorge bereitet ihm die Tatsache, dass bis jetzt jede Pyramide, so schwierig es auch ist hineinzukommen, von Räubern geplündert worden ist. Er beauftragt den Architekten Vashtar, ihm ein prachtvolles und absolut sicheres Grab zu errichten - eine wunderbare Reise in das Reich der Pyramiden. Außerdem wirft die Dokumentation "Der Schreiber im alten Ägypten" einen Blick auf die ägyptische Zeichenkunst und analysiert deren Bedeutung. Die zweiteilige Dokumentation "Planet Ägypten" taucht in die Geschichte des Landes ein: Sie erzählt von der Gründung des riesigen Reiches, von der Vereinigung von Ober- und Unterägypten als erstem Territorialstaat der Geschichte. Der zweite Teil stellt Religion, Tempelwirtschaft und Totenkult in den Mittelpunkt und betrachtet die Zeit der Herrschaft von Echnaton und Ramses II. "Ägyptens versunkene Hafenstadt" folgt dem französischen Meeresarchäologen Franck Goddio mit atemberaubenden Unterwasseraufnahmen bei seiner Spurensuche nach einer vergessenen Metropole: der versunkenen Hafenstadt Herakleion im Mündungsdelta des Nils. Ägypten ist bekannt für seine Altertümer. Doch kaum jemand weiß, dass in dem nordostafrikanischen Land auch die älteste Eisenbahnstrecke des Kontinents verkehrt. Sie wurde 1854 eröffnet. "Mit dem Zug durchs … Nildelta" unternimmt eine Erkundungstour per Bahn jenseits der bekannten Tourismus-Hochburgen des Landes.






Die Sendung wird ausgestrahlt am Dienstag, den 26.12.2017 um 09:00 Uhr auf arte.

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Dokumentation/Reportage, Wissenschaft/Forschung, Ägypten, Alte Kulturen, Alte Geschichte