Zu Lebzeiten war der Schriftsteller mit seinem Engagement und seinen Stellungnahmen zu gesellschaftlichen Fragen in der Öffentlichkeit ungeheuer präsent. Seine Bücher wurden millionenfach gelesen, viele sogar als Schullektüre. Wer ihn heute neu kennenlernen will, entdeckt eine Persönlichkeit mit Themen und Anliegen, die mehr als 30 Jahre nach seinem Tod wieder ganz neue Bedeutung haben: Antifaschismus, Pazifismus, Kampf gegen Medienhetze, Freiheit, Solidarität und Menschlichkeit. In der 45-minütigen Dokumentation von Tina Srowig erinnern Bölls Sohn René, sein Verleger Reinhold Neven DuMont sowie Freunde und Weggefährten an große Erfolge, turbulente Auseinandersetzungen und sZu Lebzeiten war der Schriftsteller mit seinem Engagement und seinen Stellungnahmen zu gesellschaftlichen Fragen in der Öffentlichkeit ungeheuer präsent. Seine Bücher wurden millionenfach gelesen, viele sogar als Schullektüre. Wer ihn heute neu kennenlernen will, entdeckt eine Persönlichkeit mit Themen und Anliegen, die mehr als 30 Jahre nach seinem Tod wieder ganz neue Bedeutung haben: Antifaschismus, Pazifismus, Kampf gegen Medienhetze, Freiheit, Solidarität und Menschlichkeit.
In der 45-minütigen Dokumentation von Tina Srowig erinnern Bölls Sohn René, sein Verleger Reinhold Neven DuMont sowie Freunde und Weggefährten an große Erfolge, turbulente Auseinandersetzungen und sehr bewegende und amüsante Momente in Bölls Leben.ehr bewegende und amüsante Momente in Bölls Leben. Mit Büchern wie "Die verlorene Ehre der Katharina Blum" gehört Heinrich Böll (1917-1985) zu den wichtigsten deutschen Nachkriegsautoren. In seinen Werken hat der in Köln geborene Literatur-Nobelpreisträger die Geschichte der Bundesrepublik Deutschland stets kritisch begleitet und hinterfragt. Am 21. Dezember diesen Jahres wäre Böll 100 Jahre alt geworden. ARD-alpha widmet dem Schriftsteller aus diesem Anlass ab 20.15 Uhr einen Themenabend. Der Kulturdienstag im BR Fernsehen und Bayern 2 erinnern rund um das Datum ebenfalls an den großen Autor.
Der im Elternhaus gelebte römisch-katholische Glaube und die Ablehnung der Nationalsozialisten haben Heinrich Böll früh für Kritik und Selbstkritik sensibilisiert. Nach ersten Schreibversuchen, abgebrochener Buchhändlerlehre, Germanistikstudium, Krieg und Rückkehr aus amerikanischer Gefangenschaft widmet sich Böll in Büchern wie "Haus ohne Hüter", "Ansichten eines Clowns", und "Billard um halb zehn" intensiv der literarischen Aufarbeitung der Kriegs- und Nachkriegsjahre. Böll übt Kritik am konservativ-katholischen Bundeskanzler Adenauer ebenso wie an der zunehmenden Militarisierung der Welt. Wegen seiner unaufgeregten Auseinandersetzung mit dem Terrorismus nennt ihn die Springer-Presse "Sympathisant der Terroristen und deren geistiger Vater". Bölls literarische Antwort: "Die verlorene Ehre der Katharina Blum". Gleichzeitig weckt der Bestsellerautor mit seinem "Irischen Tagebuch" die Sehnsucht der Deutschen nach der "grünen Insel".
1972 erhält Böll den Nobelpreis für Literatur. Nicht zuletzt sein Engagement für Frieden und Abrüstung, sein Einsatz für die vietnamesischen boat people und die Aufnahme der sowjetischen Dissidenten Alexander Solschenizyn und Lew Kopelew in seinem Haus haben ihn zu einer moralischen Instanz gemacht.
Die Sendung wird ausgestrahlt am Dienstag, den 19.12.2017 um 22:30 Uhr auf BR.