Das Violinthema aus dem musikalischen Märchen "Peter und der Wolf" von Sergej Prokofjew ist einer der ersten Ohrwürmer der Kindheit. Bis heute ist das Werk ein fester Bestandteil der musikalischen Früherziehung - weltweit. Die Geschichte um Peter, der listenreich den Wolf besiegt und dabei spielerisch die Instrumente des Orchesters erklärt, ist in vielen Kinderzimmern zu finden. Und für viele Kinder, und manchmal auch Erwachsene, war und ist dieses Stück die erste Berührung mit klassischer Musik.
Seine Rezeptionsgeschichte ist lang und vielfältig: Hollywood-Legende Walt Disney war der erste, der Prokofjews Klassiker verfilmte. 1938 reiste der Komponist selbst nach Hollywood, um Disney seine Musik vorzuspielen. Das Stück wurde als Jazz- und Rockversion bearbeitet und mit prominenten Sprechern besetzt, unter anderem mit Lina Prokofjewa, Prokofjews Frau, mit Jaques Brel, Liselotte Pulver, Loriot, Sting und sogar mit Michail Gorbatschow.
"Peter und der Wolf" ist eines der international bekanntesten Werke der klassischen Musik. Aber das ist nicht alles: Wie das Stück erzählt wurde, war immer auch abhängig vom Zustand der Welt. "Peter und der Wolf" ist eine musikalische Fabel und ihre Deutung und Mythologie wandelten sich ständig.
Der Film will dem bekannten Werk auf zwei Wegen nahekommen: Zum einen musikalisch, indem die Komposition, die Rollen der Instrumente und die Wirkung der Themen und Motive leicht verständlich erklärt werden. Und zum anderen historisch: Mit einer spannenden, biografisch-geschichtlichen Spurensuche, die von der Entstehung des Stücks kurz vor dem zweiten Weltkrieg erzählt, von seiner Rezeption im Krieg und danach im Kalten Krieg zwischen Ost und West, und nach dem Fall des Eisernen Vorhangs. Er trifft die prominentesten "Erzähler" und Interpreten des Märchens und fragt sie nach ihren damaligen Beweggründen. Und er fragt nach der Bedeutung des Werkes für das persönliche Schicksal Sergej Prokofjews.
Ein Film von Axel Brüggemann und Axel Fuhrmann
Die Sendung wird ausgestrahlt am Donnerstag, den 14.12.2017 um 23:35 Uhr auf MDR.