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Meine Kindheit... in der Schulzeit

Ein Film von Ulrike Brincker
Mittwoch, 13.12.2017 14:45 Uhr
WDR
Mittwoch
13.12.2017
14:45 Uhr
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Eine Kindheit in der Schulzeit: Damals, als man den Matheunterricht schwänzte und stattdessen im nahe gelegenen Wäldchen spielen ging. Als die Tage vor den Sommerferien die längsten im ganzen Jahr waren. Als der Spickzettel aus dem Ärmel und der Tischnachbar vom Stuhl fiel.

"Meine Kindheit in der Schule" erzählt von großen und kleinen Erinnerungen an die Schulzeit, die das Leben eines jeden von uns so sehr prägt. Aber die Schule ist und war auch ein Spiegel der gesellschaftlichen Veränderungen. Kaum eine andere Institution verrät mehr über unsere Werte und Moralvorstellungen. Und kaum einer kommt an ihr vorbei. Aber fast alle blicken irgendwann mit Wehmut auf die Zeit zurück.

"Tut, tut! Da kommt ein Auto" war der erste Satz, den der Postschiffer Fiede Nissen gleich am ersten Tag lernen musste. "So etwas vergisst man sein Leben lang nicht". Für Nissen, aufgewachsen auf der Hallig Langeness, war Heimatkunde das schönste Fach. Mit 14 Kindern besuchte er eine Zwergenschule, unmittelbar neben der Kirche.
"Ich war gerade fünf Jahre alt", erinnert sich Dorothea Voigtländer aus Bonn, "aber ich kam mir schon sehr erwachsen vor". Ihr Lieblingsfach war Geschichte. Kein Wunder, denn als der erste Deutsche Bundestag am 7. September 1949 in der Pädagogischen Akademie tagte, fand die Schulstunde gleich nebenan statt. Die Mädchen machten den Knicks vor Konrad Adenauer, dem freundlichen älteren Herrn, dem man auch schon mal im Park begegnete.

Dem Schauspieler Jan-Gregor Kremp genügte es bei Mathearbeiten nicht, einzelne Zahlen abzuschreiben. Es mussten gleich ganze Zahlenreihen sein, weil die Wissenslücken zu groß waren. Zeugnisse konnten allein durch die Mathenote "verunziert" werden. Die schlimmsten Momente an der Tafel fanden auch für Rebecca Siemoneit-Barum und Gerda Laufenberg während des Mathematikunterrichts statt.

In den Nachkriegsjahren und oft bis in die 60er Jahre hinein wurden kleine und größere Vergehen in der Schule hart bestraft. Meistens mit dem gefürchteten Rohrstock. Der uneingeschränkte Respekt vor dem Lehrer war selbstverständlich. Dass Kinder auch Spaß an der Schule haben, kam erst in den Reformbemühungen der 60er Jahre auf die Tagesordnung. Lehrer durften geduzt werden, es gab neue Lehrmittel wie Overheadprojektoren. "Für Schüler meiner Couleur", glaubt Jan-Gregor Kremp, seien diese Bemühungen eher kontraproduktiv gewesen. Die Lehrer wurden nicht mehr ernst genommen und stattdessen verspottet. Vor allem im Sexualkundeunterricht mussten junge Lehrer erfahren, was es heißt mit "Anschauungsunterricht" zu scheitern.

Auch wenn sich die Unterrichtsmethoden über die Jahrzehnte grundlegend änderten, so haben die ehemaligen Schulkinder doch oft dieselben Erinnerungen. Das Schönste an der Schule, davon sind die meisten überzeugt, sei der Schulweg gewesen, denn dort habe die große "Freiheit" begonnen.

Die Sendung wird ausgestrahlt am Mittwoch, den 13.12.2017 um 14:45 Uhr auf WDR.

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Dokumentation/Reportage, Menschen im Alltag, Rückblick
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