

Usedom ist Deutschlands zweitgrößte Insel und liegt im äußersten Nordosten der Bundesrepublik Deutschland. Rund ein Fünftel ihrer Fläche gehört heute zu Polen. Das Gesicht der Insel ist vom Wasser geprägt: Zwischen Ostseestrand und Binnenküste reihen sich Seen, Moore und Bruchwälder dicht aneinander.
Im Grenzland hat sich eine vielfältige Tierwelt erhalten. Hier leben Sumpfschildkröten, Biber, Fischotter, Kormorane, Kraniche, Seeadler, Watvögel wie Rotschenkel und Austernfischer sowie etwa 1.900 Falterarten. Viele Künstler haben in vergangenen Zeiten die Einsamkeit der Insel genossen und ließen sich von ihrer natürlichen Schönheit inspirieren.
Auch der Flugpionier und Visionär Otto Lilienthal wuchs hier auf. Seine Beobachtungen über die 200 heimischen Vogelarten weckten in ihm den Wunsch, selbst die Welt aus der Luft betrachten zu können; Störche und Möwen wurden für ihn zu Lehrmeistern auf seiner Suche nach dem Geheimnis des Fliegens. Noch immer existiert ein Flughafen auf der Insel. Bis 1990 wurde er vom Militär genutzt, heute dient er zivilen Zwecken.
Mit der Ruhe auf der Insel ist es seit der Wende vorbei, Jahr für Jahr steigt die Zahl der Urlauber. Die einen sehen im wachsenden Tourismus eine Chance für die wirtschaftsschwache Region, andere warnen vor den Gefahren für ihre einmalige Natur. Um diesen Gefahren vorzubeugen, arbeiten seit 1960 auf Usedom und der Nachbarinsel Wollin deutsche und polnische Wissenschaftler und Förster gemeinsam an Schutzstrategien für bedrohte Tier- und Pflanzenarten. Erfolgreich verläuft die Wiederansiedelung des Uhus - die Tiere erobern von Usedom aus sogar bereits neues Territorium. Und seit 2004 gibt es nach 600 Jahren wieder Wisente auf Usedom. Ein Hoffnungsschimmer für die größten heimischen Säugetiere.
Die Sendung wird ausgestrahlt am Freitag, den 01.12.2017 um 14:15 Uhr auf Radio Bremen TV.