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Erster Weltkrieg: Tod in Tunnels und Schächten (1/2)

Die "Killing Fields"
Freitag, 24.11.2017 09:25 Uhr
arte
Freitag
24.11.2017
09:25 Uhr
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Bildquelle: Pressebild (ard2017)
Bildquelle: Pressebild (ard2017)

Im Jahr 2012 sollte eine zwei Kilometer lange Wasserleitung um die belgische Stadt Mesen verlegt werden. Bevor die Bagger kamen, durchsuchten die Archäologen das Erdreich. Denn Mesen gehörte zu den blutigsten Schauplätzen des Ersten Weltkrieges. In den Schützengräben hatten sich britische und deutsche Soldaten fast drei Jahre lang gegenübergelegen. Die freigelegten Gräben sind zweifelsohne die besterhaltenen dieses Krieges.

Es wurden Bunker und Tunnel gefunden, die sich unter dem gesamten Schlachtfeld hindurchzogen. Da die Munitionsreste im Boden teilweise noch scharf waren, arbeitete das Archäologenteam mit einem Minensuchtrupp des Militärs zusammen, und sogar die Bagger waren gepanzert.

Nur wenige Zentimeter unter der Erdoberfläche fand man Hunderte von Kugeln sowie nicht explodierte Giftgasbomben. In einem Schrank, der fast 100 Jahre ungeöffnet geblieben war, lagerten große Mengen noch scharfer deutscher Handgranaten. Aber es fanden sich auch Briefe, Kleidungsreste, Geldbörsen und andere Dinge, die den Soldaten gehörten, die hier ihr Leben ließen.

Diese archäologischen Funde sind die beredten Zeugen einer der größten Offensiven des Ersten Weltkrieges, der Schlacht von Mesen. In diesem Teil Belgiens, der bis zum Juni 1917 die Westfront markierte, trugen die Alliierten nach empfindlichen Niederlagen letztlich durch die Sprengung von 19 gigantischen Minen unter deutschen Stellungen einen entscheidenden Sieg davon. Das in Westflandern gelegene Mesen war von 1914 bis 1918 Schauplatz ununterbrochener Kämpfe zwischen den Truppen der Entente-Mächte und der deutschen Armee, die sich die Stadt immer wieder streitig machten. In den Schützengräben lagen Soldaten fast aller kriegführenden Staaten, darunter Briten, Franzosen, Deutsche, Kanadier, Neuseeländer und Südafrikaner. Anhand archäologischer Funde und unter Einbeziehung von Computerbildern, Archivmaterial und Experteninterviews zeichnet die zweiteilige Dokumentation die Schlachten von Mesen und darüber hinaus die Geschehnisse des Ersten Weltkrieges nach. Acht Monate lang begleitete ein internationales Filmteam die umfangreichsten archäologischen Grabungen, die jemals auf Schlachtfeldern des Ersten Weltkrieges durchgeführt wurden.

Textquelle: Presseportal

Die Sendung wird ausgestrahlt am Freitag, den 24.11.2017 um 09:25 Uhr auf arte.

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Dokumentation/Reportage, Geschichte, Wissenschaft/Forschung