Vor rund 100 Jahren in der Zeit Kaiser Wilhelms II. errichtete der Evangelische Kirchenbauverein Dutzende neuer Kirchen. Zwei dieser Bauwerke entstanden in der Eifel, nach damaligem Verständnis eine abgelegene, unwirtliche Landschaft, die erst Mitte des 19. Jahrhunderts zu Preußen gekommen war. Dass diese Baupläne im fernen Berlin gemacht wurden, geht auf den Freiherrn von Mirbach zurück. Der Kammerherr der Kaiserin Auguste Viktoria war durch sein Amt auch Vorsitzender des Evangelischen Kirchenbauvereins. 1902 errichtete er in Erinnerung an den Ursprungsort seiner Familie die Erlöserkirche in Mirbach, Eifel.
Für die kleine Gemeinde wurde dies ein prächtiges Bauwerk, vor allem die Innenausstattung mit reicher Mosaikarbeit ist bemerkenswert. Kurz danach plante von Mirbach eine weitere Kirche in Gerolstein. Zur Einweihung 1913 reiste auch der Kaiser an. Sie war die letzte, die der Kirchenbauverein errichten ließ, und ist die Quintessenz des neoromanischen Baustils. Besonders bemerkenswert ist hier die Mosaikdarstellung in der Apsis. Sie findet sich detailgenau auch in der Himmelfahrtkirche zu Jerusalem wider, die ebenfalls von Wilhelm II. und seiner Frau gestiftet wurde.
Die Sendung wird ausgestrahlt am Dienstag, den 31.10.2017 um 13:30 Uhr auf ARD alpha.