Doch gerade kleinere Unternehmen sind oft nicht ausreichend auf Angriffe vorbereitet. Und: Werden Firmen gehackt, erstatten viele nicht einmal Anzeige. "Dies hängt damit zusammen, dass Firmen einen Prestige- und Imageverlust befürchten", mutmaßt die Berliner Staatsanwältin Susann Wettley, die auf Cyber-Verbrechen spezialisiert ist. Selbst als der Cyberangriff "WannaCry" im Frühling 2017 weltweit Krankenhäuser, Industrie-Anlagen und Teile der Deutschen Bahn lahmlegten, seien in Deutschland gerade einmal acht Strafanzeigen eingegangen.
Längst ist auch die Politik im Visier von Hackern: 2015 wurde etwa das Netzwerk des Deutschen Bundestages angegriffen. Auf internationaler Ebene nimmt man die Gefahr aus dem Netz inzwischen sehr ernst. In Tallinn probten die EU-Verteidigungsminister in diesem Herbst den Ernstfall: einen groß angelegten Cyber-Angriff auf heikle Ziele der Europäischen Union. "Wenn es sich um eine massive, mehrgleisige Attacke handelt, ist klar, dass sich die Verbündeten gegenseitig schützen müssen", bilanziert der estnische Verteidigungsminister Jüri Luik im Gespräch mit "ZDFzoom".
So vielfältig die Gefahr aus dem Netz, so schwierig ist es, den Hackern auf die Spur zu kommen. Denn in der digitalen Welt lassen sich Spuren leicht verwischen. Gleichzeitig werden die Angriffe immer raffinierter. Die Frage für die Angegriffenen also wird sein, "kann er rechtzeitig reagieren und wie agiert er?", bringt es Richard Werner von der IT-Sicherheitsfirma TrendMicro auf den Punkt.
Die Sendung wird ausgestrahlt am Mittwoch, den 22.11.2017 um 17:00 Uhr auf PHOENIX.