

"Der skandierte ‚Yéyé'-Refrain gibt der Musik einen Rhythmus, schafft eine Beteiligung, hat etwas Primäres, Biologisches. ‚Yéyé' heißt auch: ‚Wir sind jung'", äußerte sich Edgar Morin im Juli 1963 in der Zeitung "Le Monde". Hinter allen verklärenden Klischees steht jedoch auch ein Musikphänomen, das eine wahre Kulturrevolution auslöste. Allerdings verdeckt die jugendliche Frische der Bewegung häufig grundlegende Spannungsfelder und Widersprüchlichkeiten: Zwischen Fortschritt (Befreiung des Körpers, Feminismus, Recht auf die Lust) und Konservatismus (Konsumrausch und ungezügelte Vermarktung, Fantasien über den "American Dream"), kreative Kühnheit (Dandyismus, arrogante Jugend) und zaghaftem Konformismus (Lob der traditionellen Werte) veränderte die Yéyé-Revolution in einem merkwürdigen Balanceakt das Chanson, die Mentalitäten und schließlich die gesamte französische Gesellschaft. Wer hätte sich vorstellen können, dass der laute und zuweilen tumb wirkende "Yéyé"-Refrain die Entstehung einer Generation des Bruches bewirken würde? Genau dieses Phänomen beschreibt die Dokumentation.
Die Sendung wird ausgestrahlt am Sonntag, den 05.11.2017 um 01:30 Uhr auf arte.