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Hochstapler und ihre Opfer

Ein Film von Nicole Rosenbach
Montag, 13.11.2017 16:00 Uhr
PHOENIX
Montag
13.11.2017
16:00 Uhr
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Bildquelle: Pressebild (ard2017)
Bildquelle: Pressebild (ard2017)

Harald S. behandelte zwei Jahre lang 160 Patienten in drei florierenden Praxen. Einige Menschen kamen mit schweren Erkrankungen zu dem freundlichen Mitt-50er. Niemand schöpfte den Verdacht, dass "der Herr Doktor" im weißen Kittel in Wirklichkeit gar kein Arzt, sondern nur gelernter Fußpfleger ist. Ein Zufall brachte das Kartenhaus dann zum Einstürzen. Für seine Taten saß der Hochstapler fünf Jahre lang im Gefängnis. Als "Arzt" genoss er Wohlstand und freute sich über Kontakt zu High Society. Doch das liegt lange zurück. Heute ist er einsam und arm.

Trotz des tiefen Vertrauensbruchs, den die falsche Identität von Harald S., bei Freunden und Bekannten verursacht hat, gerät seine ehemalige Praxis-Angestellte noch heute ins Schwärmen, wenn sie über die menschlichen Fähigkeiten ihres Chefs berichtet: "Er hat die Patienten in seinen Bann gezogen und konnte die Leute von sich überzeugen." So hielt Harald S. im feinen Anzug und mit höflichem Auftreten sogar Vorträge vor medizinischen Fachleuten. Stets kam seine "Kompetenz" gut an. Zu seiner Entschuldigung sagt er heute: "Ich hab niemanden gefährdet oder abgezockt."

Auch der 30-jährige Marcel R. genoss die Anerkennung und das Ansehen als Arzt. Auch er glänzte durch Fachwissen, selbstsicheres Auftreten und gewinnendes Wesen. Er präsentierte sich in Hannover als Facharzt für Palliativmedizin und täuschte damit Familien mit todkranken Kindern. Denn: Marcel R. ist gar kein Mediziner.

Sein Plan war die Eröffnung eines Kindertageshospizes, das Familien mit schwerstkranken und behinderten Kindern entlasten sollte. "Ich habe nicht an mich gedacht", behauptet Marcel R. heute nach seiner Entlassung aus der Haft. "Ich musste nur den Arzt spielen, um dieses gute Konzept nach vorne zu bringen." So schmückte sich der zierliche Mann mit diversen Titeln: "Dr. med. univ. Mag. Psych." Je mehr Titel er sich gab, umso einfacher habe er seine Ziele erreicht. Tatsächlich hat er nie studiert, sondern die Realschule abgebrochen.

Was treibt diese Menschen dazu, sich als etwas auszugeben, was sie gar nicht sind? Und was empfinden die Opfer, wenn ihnen klar wird, dass sie getäuscht worden sind?

"Hochstapler und ihre Opfer" ist ein Film über die Kunst der Täuschung im Arztkittel, das Spiel mit der Macht und den Gefühlen der Opfer.

Textquelle: Presseportal

Die Sendung wird ausgestrahlt am Montag, den 13.11.2017 um 16:00 Uhr auf PHOENIX.

Details
Audio-Format
stereo
Bild-Format
16:9
Farbe
farbe
Audio-Beschr.
nein
Hoerhilfe
nein
HDTV
nein
Logo-Event
nein
VPS
1510585200
Schlagwoerter
Dokumentation/Reportage, Menschen im Alltag, Recht/Justiz