

Sie ist die beliebteste alternative Heilmethode in Deutschland: Die Homöopathie. Vor über 200 Jahren von Samuel Hahnemann in Mitteldeutschland erfunden, hat sie seit den 70er Jahren ihren Siegeszug angetreten. Millionen von Menschen schwören auf die homöopathischen Kügelchen namens Globuli. Fast jeder Zweite hat sie bereits ausprobiert und die Umsätze mit Homöopathika steigen seit Jahren steil an. Rund 720 Millionen Euro wurden vergangenes Jahr in deutschen Apotheken mit homöopathischen Mitteln verdient. Mittlerweile bezahlen 80 Prozent aller Krankenkassen homöopathische Leistungen, absolvierten rund 7.500 Ärzte eine Weiterbildung für Homöopathie.
So wie Monika Kölsch, die in Leipzig eine Privatpraxis für Homöopatie und Humanmedizin betreibt: "Die Homöopathie wirkt sanft, sicher und nachhaltig. Das sind drei Punkte, die einfach evident sind. Und was mich an der Schulmedizin vor allem stört, ist die fehlende Nachhaltigkeit, die kommt mir zu kurz. Wenn bei einer Mandelentzündung Penicillin gegeben wird, kann es sein, dass das ein immerwährender Krankheits-Zyklus wird, das Kind immer wieder einen Rückfall erleidet. Mit der Homöopathie kann ich das durchbrechen. Da kriege ich die Abstände, dass die Kinder gesund bleiben, länger."
Doch so populär die Homöopathie bei vielen Menschen ist, gibt es ebenso zahlreiche Kritiker, die ihre Wirksamkeit anzweifeln. Viele Ärzte und Gesundheitsexperten fordern deshalb, dass die Homöopathie ihren rechtlichen Sonderstatus verliert. "Wir versuchen zu erreichen, dass die Homöopathie aus der Medizin und den verschiedenen Bereichen verschwindet. Das bedeutet zum einen, dass sie von Krankenkassen nicht mehr erstattet wird und dass sie nicht mehr der Apothekenpflicht unterliegt. Überraschenderweise stoßen wir da bei der Politik auf relativ offene Ohren." Das fordert Dr. Natalie Grams, Ärztin und Autorin, die über mehrere Jahre eine eigene homöopathische Praxis hatte. Inzwischen ist sie eine der bekanntesten Kritikerinnen.
Die Sendung wird ausgestrahlt am Mittwoch, den 01.11.2017 um 20:45 Uhr auf MDR.