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Ritterblut - Verliebt in einen Knacki

Film von Sigrid Faltin
Montag, 30.10.2017 01:30 Uhr
HR
Montag
30.10.2017
01:30 Uhr
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Bildquelle: Pressebild (ard2017)
Bildquelle: Pressebild (ard2017)

Eine Frau verliebt sich in einen Verbrecher; sie schreibt, besucht ihn, kämpft für einen Mann, den sie erst hinter Gittern kennengelernt hat. Dieses Phänomen kennt man in allen Gefängnissen. Was zieht diese Frauen an?

Marion, 48 Jahre alt, lebt in Norddeutschland. Sie ist Krankenschwester, geschieden, ihre Tochter studiert in einer anderen Stadt. Marion ist schon seit Längerem allein. An Neujahr hat sie deshalb einen Brief an Gott geschrieben. Er möge ihr einen Mann schicken, der sie beschützt und liebt. "Einen, der noch Ritterblut in sich trägt und der ein gutes Herz hat und mich liebt, wie ich es verdiene, geliebt zu werden." In einem Dokumentarfilm im Fernsehen über Gefängnisse und kurz darauf in einer Talkshow über das gleiche Thema erfährt sie, dass Gefangene gerne Kontakt nach außen suchen. So stößt Marion auf Rudi, 48 Jahre alt. Nach mehreren Briefen besucht sie ihn in der Justizvollzugsanstalt Bruchsal, 600 Kilometer entfernt von ihrem Heimatort. Nach vier Besuchen und fast hundert Briefen sagen beide: Es ist Liebe. "Ich habe so eine tiefe Verbundenheit zu ihm. Und es tut mir gut", sagt sie. Für Rudi steht fest: "Für mich ist es die absolute Traumfrau." Insgesamt 23 Jahre hat er wegen verschiedener Delikte hinter Gittern verbracht. Jetzt hat er noch knapp anderthalb Jahre im Gefängnis vor sich. Wenn er entlassen wird, so beschließen die beiden, wird er zu ihr ziehen. Marions Eltern, ihre Tochter, ihre Freundin sind entsetzt. Sie haben Angst um sie. Der Film begleitet das Paar beim Schritt vom Gefängnis in die Freiheit: beim Besuch hinter Gittern; wenn er zum ersten Mal Ausgang hat; im offenen Vollzug, wenn die Probleme beginnen. Wird er vorzeitig entlassen, oder schmeißt er alles hin und geht freiwillig vom offenen zurück in den geschlossenen Vollzug? Dort hätte er wieder eine Einzelzelle und weniger beruflichen Stress, er und Marion könnten sich aber viel seltener sehen. Wie ist es, wenn Liebe, die hinter Gittern begann, auf Wirklichkeit stößt? Kann er ihren Ansprüchen im Alltag gerecht werden? Wird sie genügend Geduld aufbringen, wenn er sich mit seiner wiedergewonnen Freiheit anfreundet? Auf welche Probleme und an welche Grenzen werden die beiden stoßen?

Textquelle: Presseportal

Die Sendung wird ausgestrahlt am Montag, den 30.10.2017 um 01:30 Uhr auf HR.

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Schlagwoerter
Dokumentation/Reportage, Menschen im Alltag, Porträt/Biografie, Psychologie