

Auf alten Landkarten beschreibt der Name "Sarmatien" die weiten Ebenen östlich der Weichsel, von der Ostsee im Norden bis hinunter ans Schwarze Meer. Dort liegen das russische Kaliningrader Gebiet, Litauen, Weißrussland, Polen, Moldawien und die Ukraine.
Immer wieder besuchte der Filmemacher Volker Koepp in den letzten vier Jahrzehnten die Menschen dort, er traf die Alten, deren Leben noch bis an den Anfang des elenden 20. Jahrhunderts reichten. Nun war er wieder in diesen Landschaften unterwegs. Im neuen Film begegnet er jungen Menschen. Sie erzählen von ihrem Leben und beschreiben den Alltag in den Ländern ihrer Herkunft.
Die vielen Völker in diesen Landschaften wurden seit Jahrhunderten von Kriegen und Teilungen heimgesucht. Das reicht bis in die jüngste Geschichte und in die unmittelbare Gegenwart. Es ist der östliche Rand Europas, der seit nunmehr über 20 Jahren um nationale Identität und wirtschaftliche Stabilität kämpft. Vom Alltag der Menschen dort ist hierzulande wenig bekannt.
Der Film erzählt von jungen Menschen, für die das vergangene Jahrhundert längst Geschichte ist. Ihr Blick auf das Leben und die gegenwärtigen Probleme, ihre Wünsche und Sehnsüchte stehen im Zentrum des Films. Lebensläufe also, Erzählkino, weite, berauschende Landschaften. Bald nachdem der Film fertig war, bekam er eine traurige Aktualität. Jetzt gibt es in der Presse täglich Landkarten der Ukraine, Moldawiens, Transnistriens und des Baltikums. Hintergründe für die neuen Aggressionen, Annektionen und Vertreibungen lassen sich erkennen, wenn man den Erzählungen der jungen Leute im Film folgt. Der Dokumentarfilm
Die Sendung wird ausgestrahlt am Donnerstag, den 26.10.2017 um 23:15 Uhr auf HR.