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Der Islam-Report

Ein Film von Peter Gerhardt, Sebastian Kemnitzer und Ilyas Meç
Montag, 23.10.2017 01:15 Uhr
tagesschau24
Montag
23.10.2017
01:15 Uhr
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Bildquelle: Pressebild (ard2017)
Bildquelle: Pressebild (ard2017)

Die Anschläge von Nizza, Würzburg und Ansbach im Sommer waren nicht nur Taten psychisch labiler Menschen, die Täter hatten offenbar auch islamistische Motive. Der islamistische Terror hat Deutschland erreicht. Viele Menschen sind verunsichert: Was ist das für eine Religion, in deren Namen solche Attentate verübt werden?
"Der Islam gehört zu Deutschland." Mit diesem Satz hat der damalige Bundespräsident Christian Wulff schon 2012 heftige Diskussionen ausgelöst. Dabei sprechen allein die Zahlen eine deutliche Sprache: Mehr als vier Millionen gläubige Muslime leben registriert in Deutschland. Tatsächlich sind es viel mehr Menschen, denen die Worte des Korans heilig sind. Wie viele sind es tatsächlich? Und was bedeutet den Muslimen ihr Glaube? Welchen Islam leben sie? Wie denken sie? Ist die Angst der deutschen Mehrheitsgesellschaft vor dem Islam berechtigt? Rechtfertigt der Koran den Islamismus, ist er also eine Terrorreligion?
Die Dokumentation beantwortet diese Fragen anhand von Fallbeispielen, Experteninterviews und einer großangelegten Faktenrecherche. Eine eigens beauftragte repräsentative Umfrage beleuchtet die Stimmung von Muslimen und Nicht-Muslimen in Deutschland. Gerade nach den jüngsten Attentaten stellt sich die Frage: Welchen Anteil hat die Religion an den Gewaltausbrüchen?
"Der Islam muss sich dieser Frage endlich stellen", sagt der Freiburger Islamwissenschaftler Abdel-Hakim Ourghi. "Der Islam hat mit dem islamistischen Terrorismus natürlich etwas zu tun", sagt er, "auch die Extremisten sind Muslime. Sie begründen ihre Taten mit dem Koran. Alles andere ist eine naive Betrachtung und entspricht einem frommen Wunschdenken, mit dem man sich die Dinge schönredet." Die meisten Muslime, die in Deutschland leben, würden dem vehement widersprechen. Mehr als 90 Prozent der frommen Muslime in Deutschland halten die Demokratie für die beste Regierungsform. Das hat gerade erst eine Studie der Bertelsmann-Stiftung ergeben.
Die Sendung zeigt diese Muslime; Familien, die seit Generationen in Deutschland leben, junge Muslime, die versuchen, ihre frustrierten Altersgenossen vom Weg der Gewalt fernzuhalten. "Der Islam-Report" gibt auch diesen Menschen eine Stimme.
Neben der Gewalt wird auch die Rolle der Frau immer wieder heftig diskutiert. Etwa ein Drittel der muslimischen Frauen in Deutschland trägt Kopftuch. Werden diese Frauen unterdrückt? Die Sängerin Hülya Kandemir kann über solche Fragen nur noch lachen. Sie selbst hat lange Zeit ein Kopftuch getragen. "Ich war auf der Suche nach meiner Religion", sagt sie. Unterdrückt gefühlt hat sie sich nie. Vor einigen Jahren hat sie sich entschieden, das Kopftuch wieder abzulegen. Das hat ihr viel Kritik von konservativen Muslimen eingebracht. Aber das stört sie nicht. "Religion ist doch meine ganz persönliche Sache", sagt sie.
Die Berliner Autorin Necla Kelek sieht das ganz anders. Sie wirft vor allem den muslimischen Verbänden in Deutschland vor, die Gleichberechtigung der Frauen nicht ernst zu nehmen. "Der Islam-Report" nimmt Vorurteile und Ängste unter die Lupe. Die Autoren waren dafür in ganz Deutschland unterwegs, haben mit Experten und Kritikern, aber auch mit "normalen" Gläubigen gesprochen. Mit einer fundierten Zahlen- und Faktenrecherche werden die gängigen Thesen auf ihren Wahrheitsgehalt geprüft. Die Diskussion, welcher Islam zu Deutschland gehört, wird sachlich und faktenbasiert geführt.

Textquelle: Presseportal

Die Sendung wird ausgestrahlt am Montag, den 23.10.2017 um 01:15 Uhr auf tagesschau24.

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Dokumentation/Reportage, Religionen der Welt, Menschen im Alltag, Deutschland