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Der Preis der süßen Früchte

Mittwoch, 08.11.2017 18:00 Uhr
PHOENIX
Mittwoch
08.11.2017
18:00 Uhr
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Fast alle Ketten haben sich ökologischen Gütesiegeln verschrieben, die für sozialverträglichen Anbau und sparsamen Pestizid-Einsatz stehen.Aber anhand von Costa Rica, dem größten Ananas-Produzenten der Welt und wichtigsten Südfrucht-Produzenten für den deutschen Markt, zeigt sich, dass es mit solchen Versprechungen nicht immer weit her ist. Gerade in dem Land, das viele als Ökoparadies bewundern, klagen Plantagenarbeiter über fehlende Arbeitnehmerrechte, über Hautausschläge und Kopfschmerzen, ausgelöst von Pestiziden und Herbiziden. Im Zentrum des Ananas-Anbaus, nordöstlich der Hauptstadt San José, versorgen Tanklaster Dörfer regelmäßig mit sauberem Trinkwasser, weil das Grundwasser dort mit giftigem Bromacil verseucht ist, ein in der EU längst verbotener Unkrautvernichter. Im Norden des Landes bedrohen riesige Ananas-Plantagen traditionelle Kleinbauern in ihrer Existenz, und auch im Südwesten breiten sich konventionelle Bananenfelder immer weiter aus. Darüber soll möglichst nicht berichtet werden - auch das Team von "planet e." wurde in seiner Arbeit massiv behindert.
Aber es gibt auch Farmer, die sich mit neuen Anbaukonzepten selbstständig gemacht haben. Ihr Ziel: Qualität für den deutschen Markt durch weniger Gift und mehr Zeit zum Reifen. Diese Produkte sind zwar deutlich teurer, aber sie finden ihre Abnehmer: Deutsche Supermärkte vertreiben Qualitäts-Ananas aus Costa Rica für 3,50 Euro das Stück - ein Preis, der für die meisten deutschen Verbraucher eigentlich erschwinglich sein müsste.
Auch die Biosparte wächst kontinuierlich an in Costa Rica. Doch Bio-Ananas und Bio-Bananen benötigen ebenfalls riesige Flächen, Monokulturen mit allen bekannten Folgen für das Ökosystem.
Die Recherchen von "planet e." zeigen deutlich: In Costa Rica klaffen die Gegensätze weit auseinander. Dem Image als grünes Paradies, das als globales Ökovorbild gilt, stehen widersprüchliche Fakten gegenüber: Laut Studien der Nationaluniversität Costa Ricas hat das Herkunftsland unserer Südfrüchte immer noch den größten Pestizid-Eintrag pro Hektar - weltweit. "planet e." kauft daher konventionelle Ananas aus Costa Rica in deutschen Supermärkten und lässt sie untersuchen. Wie viel Gift lässt sich auf den Früchten nachweisen?
Für die Verbraucher steht schon jetzt fest: Egal ob konventionell, ob fair oder bio - ganz ohne Nebenwirkungen sind Südfrüchte wie Ananas und Bananen nicht zu haben. "planet e." über die ökologischen und sozialen Auswirkungen von Billigangeboten von tropischen Früchten, über das Machtverhältnis zwischen Handel und Produzenten und die schwierige Suche nach guten Alternativen.

Textquelle: Presseportal

Die Sendung wird ausgestrahlt am Mittwoch, den 08.11.2017 um 18:00 Uhr auf PHOENIX.