

Als Stanley Kubricks berühmter Film „Uhrwerk Orange“ in die Kinos kam, wurde der Autor der Romanvorlage, Anthony Burgess, der Verherrlichung, Legitimierung und Ästhetisierung sadistischer Gewalt beschuldigt. Tatsächlich handelte es sich um ein Missverständnis.
In eindrücklicher Erinnerung bleibt vor allem der erste Teil des Films, der die vom jungen Alex und seiner Bande begangenen Übergriffe, Vergewaltigungen und brutalen Gewalthandlungen beschreibt. Der eigentliche Kern des Buchs befindet sich jedoch im zweiten Teil des Romans, der politischer und gesellschaftskritischer angelegt ist. Und nichts wird ausgelassen: von der Vereinnahmung gesellschaftlicher Missstände über den ideologischen Streit in der Sicherheitsfrage und die Einbringung repressiver Gesetze bis hin zur Rolle der Medien. Der zutiefst sozialkritische Roman hält der Gesellschaft einen Spiegel vor und greift durch sein Verwerfen institutioneller Lösungen das Establishment an.
Wie weit dürfen staatliche Maßnahmen und Kontrolle ü
Die Sendung wird ausgestrahlt am Dienstag, den 02.07.2024 um 00:20 Uhr auf arte.