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Der Weg nach oben

Einwanderertöchter machen Karriere
Dienstag, 03.10.2017 14:00 Uhr
ARD alpha
Dienstag
03.10.2017
14:00 Uhr
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Die drei Frauen Sibel, Nermin und Dilek, eine Rechtsanwältin, eine Gymnasiallehrerin und eine Managerin, haben es in angesehene Berufe geschafft. Ihre Eltern stammen aus der Türkei und kamen als Gastarbeiter nach Deutschland. Der Film erzählt die Geschichte der drei Töchter aus Einwandererfamilien, die sich entgegen vieler Schwierigkeiten ihre erfolgreiche Karriere erkämpft haben.

Schwierigkeiten, die eng verbunden sind mit der Geschichte der Generation ihrer Eltern in Deutschland. Denn die drei Frauen mussten als Kinder und Jugendliche oft spüren, dass man ihnen als Migrantenkinder den Erfolg in der Schule oder im Studium nicht zutraute. Obwohl sie gute Noten hatte, bekam Nermin Erdogan keine Empfehlung für das Gymnasium. Heute ist sie selbst Lehrerin an einem Sportgymnasium. Ausgrenzung und Diskriminierung hat die junge Deutschtürkin häufig erfahren. Beispielsweise an der Uni und oder später im Referendariat. "Aber das hat mich stark gemacht", sagt sie heute. Durch ihren Vater bekam sie immer Unterstützung. Wie viele Eltern der ersten Gastarbeitergeneration hoffte er, dass es seinen Kindern durch eine gute Bildung einmal besser gehen würde. Doch inzwischen haben sich Einwandererviertel gebildet, in denen man zurechtkommen kann, ohne ein Wort deutsch zu sprechen. Für eine erfolgreiche Karriere sind das keine guten Startbedingungen. Darüber hinaus haben es Mädchen aus konservativen, traditionell-religiös geprägten türkischen Familien auch in zweiter und dritter Einwanderergeneration immer noch schwer, von der Familie Unterstützung zu bekommen, wenn sie den Bildungsaufstieg und Selbstbestimmung suchen. Geschafft hat es auch Dilek Yogurtcu. Das Motto der IBM-Managerin lautet: "Wenn sie mich vorne rausschmeißen, komme ich hinten wieder rein." Sie hat Deutsch und Geschichte an der Universität Tübingen studiert und landete bei dem international orientierten Unternehmen. "Hier fühle ich mich wohl, denn Vielfalt gehört zum Konzept der Firma." Ihre Identität, das Gefühl heimisch in beiden Welten zu sein, ist ein Schlüssel ihres Erfolgs. Sie betrachtet ihre Herkunft nicht als Hindernis, sondern als Vorteil, denn ihre Mehrsprachigkeit und ihre Erfahrungen in verschiedenen kulturellen Räumen bringen sie beruflich voran. Dabei hilft ihr, dass sie familiäre Zwänge eher nachvollziehen kann als manch deutscher Kollege. Für sie ist ihre doppelte kulturelle Identität kein Problem, sondern ein Gewinn. So sieht es auch Sibel Yüksel. Ihr Vorbild war die Mutter, die dem Vater 1970 nach Deutschland folgte, hier ein Leben lang arbeitete, dabei drei Kinder großzog und sich noch ehrenamtlich engagierte. Auch Sibel engagiert sich, sie liest zum Beispiel Kinderbücher vor, damit Kinder mit Migrationshintergrund besser Deutsch lernen. Aus eigener Erfahrung weiß sie, wie wichtig es ist, sich in beiden Sprachen zu Hause zu fühlen. Die Volljuristin arbeitet als Rechtsanwältin und ist auf internationales Familienrecht spezialisiert. Rund die Hälfte ihrer Klienten hat ausländische Wurzeln. Dabei hilft ihr, dass sie deren familiären Zwänge eher nachvollziehen kann als mancher deutsche Kollege. Auch für sie ist ihre doppelte kulturelle Identität kein Problem, sondern ein Gewinn.

Textquelle: Presseportal

Die Sendung wird ausgestrahlt am Dienstag, den 03.10.2017 um 14:00 Uhr auf ARD alpha.

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Dokumentation/Reportage, Porträt/Biografie