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Ausgebrummt

Insektensterben in Deutschland
Freitag, 06.10.2017 18:00 Uhr
PHOENIX
Freitag
06.10.2017
18:00 Uhr
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Wer in den 80ern mit dem Auto auf Straßen zwischen Feldern und Wäldern fuhr, der hatte schnell ein Problem: Die Windschutzscheibe war voll mit toten Insekten, die Sicht schlecht. Heute ist dies nicht mehr so. Was sich erst mal wie eine positive Nachricht für Autofahrer anhört, ist in Wirklichkeit ein deutliches Zeichen für eine erschreckende Entwicklung: Insekten sterben aus.

Für den Menschen ein Problem. Ohne "Bestäuber" können zahlreiche Lebensmittel nicht mehr oder nur unter kostenintensiven Umständen produziert werden. Die Ernährung von Millionen Menschen ist in Gefahr. Es ist ein schleichender Prozess, aber die Entwicklung ist dramatisch.
Allein die Biomasse der Insekten Nordrhein-Westfalens hat sich, dies ergaben Messungen an 88 Standorten, um über 80 Prozent verringert. Ein Wert, der sich allein auf die vergangenen 15 Jahre bezieht. Noch nie wurde ein solcher Verlust beobachtet - auch nicht zu Zeiten von DDT-Einsatz in der Landwirtschaft.
Und wo keine Insekten mehr sind, da sind auch bald keine Vögel mehr. Der Wiedehopf zum Beispiel ist kaum noch zu sehen. Professor Peter Berthold, Deutschlands wohl bekanntester Ornithologe, ist über die Situation schier verzweifelt. Seine Empfehlung an die Bevölkerung: "Hängen Sie das ganze Jahr über Meisenknödel auf, da sonst viele Vögel verhungern. Gerade im Frühling, wenn es auch noch den Nachwuchs zu versorgen gilt."Doch wo liegen die Ursachen für das Insektensterben? "planet e." geht auf Spurensuche. Schnell wird klar: Es gibt nicht nur einen Grund. Ganz vorn dabei: die Intensivierung der Landwirtschaft. Immer größer werden die Flächen, immer mehr Monokulturen entstehen. Strukturreiche Landschaften werden vernichtet, Biotope zerstört. Auch der Einsatz von Pestiziden ist problematisch. Selten werden die realen Lebensverhältnisse bei Insekten berücksichtigt, dadurch wird die erlaubte Dosis viel zu hoch bemessen.
Zusammen mit der Veränderung der Kulturlandschaften haben insbesondere die Spezialisten unter den Insekten wegen des Klimawandels kaum Zeit zur Anpassung und sterben aus. Der Einsatz großer Mengen von Dünger, die zunehmende Lichtverschmutzung in unseren Städten und der stetig anwachsende Verkehr geben den Insekten den Rest.
Wie Landschaften ohne Insekten aussehen, zeigt "planet e." beim Besuch in der chinesischen Provinz Sichuan. Diese ist nicht nur für ihre Pandas bekannt, sondern auch für ihre saftigen Birnen. Doch seit einigen Jahren fehlen die Bienen als Bestäuber. Menschen müssen ihre Arbeit übernehmen und bestäuben die Blüten mit kleinen Pinseln aus Entendaunen.

Textquelle: Presseportal

Die Sendung wird ausgestrahlt am Freitag, den 06.10.2017 um 18:00 Uhr auf PHOENIX.

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Schlagwoerter
Dokumentation/Reportage, Tiere, Umweltfragen/Klima