

Die ungarische Regierung hat Sozialhilfen drastisch gekürzt und Obdachlosigkeit kriminalisiert. Während Europa meist nur mit verhaltener Kritik reagiert oder zuschaut, leistet eine Gruppe ungarischer Bürger Widerstand und kämpft um das Recht auf demokratische Teilhabe und um soziale Gerechtigkeit. Die Dokumentation begleitet sie und wird Zeuge von Ungerechtigkeiten, die in Ungarn zum Alltag gehören: Arbeiter, die in extreme Armut abrutschen; Familien, die per Zwangsräumung aus ihren Wohnungen vertrieben werden und deren Kinder in staatliche Obhut kommen.
Es mangelt an Sozialwohnungen, und in den Obdachlosenheimen herrschen grauenhafte Zustände. Der tragische Tod zweier Gründungsmitglieder verstärkt das Gefühl der Gruppe, dass Ungarn ein immer feindseligeres Land wird und dass ihr Kampf wichtiger ist denn je. Sie stellen sich dem Politikstil ihrer Regierung in den Weg, und fordern, was man in Europa für selbstverständlich hält: demokratische und wirtschaftliche Teilhabe. "AVM" (A Varos Mindenkie) - auf deutsch: "Die Stadt gehört allen" - ist ihr Name und ihr Motto. Dieser Film dokumentiert nicht nur die soziale und innenpolitische Realität Ungarns, er erzählt zugleich vom Kampf um soziale Gerechtigkeit - mitten im Herzen Europas. Thema: Europas Verlierer
Fast jeder vierte Bürger in der EU ist arm oder von Armut bedroht. Es sind Kinder, junge Arbeitslose, prekär Beschäftigte und Rentner. Verspielt die EU trotz Milliardenprogrammen ihre Zukunft? Was passiert mit den Geldern aus Brüssel, die für Ausbildung und mehr Jobs sorgen sollen? THEMA macht sich auf eine Spurensuche, und fragt danach, was nötig wäre, um Europas Verlierer eine Perspektive zu bieten. Hilfsprogramme wie "Europa 2020" gibt es genug. Es gibt eigene Programme gegen Jugendarbeitslosigkeit. THEMA zeigt: die Hilfe kommt nur schleppend an. Beispiele aus Portugal, Sizilien und Irland machen deutlich: Schuld daran sind Bürokratie und oft genug nationalstaatliche Behörden, die planlos mit den Geldern umgehen. THEMA zeigt zunächst die Dokumentation "Armes Europa?" und fragt: Wer sind die Verlierer in Europa, wie leben sie, welche Perspektiven haben sie? Die Dokumentation geht der Frage nach, was die Ursachen für ihre prekäre Lage sind und welche Strategien Europa und die EU-Mitgliedsstaaten haben, um ihre Bürger vor einem Abrutschen in Armut zu bewahren. Die zweite Dokumentation, "Demokratie auf Ungarisch", wirft einen investigativen Blick auf die Situation von Wohnungslosen in Ungarn. In dem osteuropäischen Land werden ihnen mehr und mehr Rechte entzogen. Übernachten sie im Freien, können sie seit 2014 im Knast landen. Zugleich stehen Wohnungen leer, in den Obdachlosenunterkünften gibt es zu wenig Platz. Deshalb regt sich Widerstand. In Budapest ist eine Organisation entstanden, die sich für die Rechte der Wohnungslosen einsetzt. THEMA macht somit deutlich, wo Europa versagt, wo gut gemeinte Programme in die Leere laufen und wo Rechte der EU-Bürger gefährdet sind. Die Dokumentationen zeigen, wo die Zukunft der jungen Generation verspielt wird und was auf nationalstaatlicher Ebene falsch läuft. THEMA fragt nach den Hintergründen und zeigt, was geschehen muss, dass "Europas Verlierer" wieder auf der Gewinnerseite stehen.
Die Sendung wird ausgestrahlt am Dienstag, den 26.09.2017 um 23:50 Uhr auf arte.