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Abenteuer Sibirien (2/2)

Aufbruch der Glücksritter
Freitag, 08.09.2017 05:15 Uhr
Phoenix
Freitag
08.09.2017
05:15 Uhr
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Bildquelle: ARD-Pressebild
Bildquelle: ARD-Pressebild

Die modernen "Glücksritter" setzen das fort, was die ersten Siedler aus Deutschland Ende des 19. Jahrhunderts begannen. Einer von ih­nen war Adolph Dattan. Der deutsche Kaufmann kam in jungen Jahren mittellos nach Sibirien und wurde schließlich erfolgreicher Geschäfts­führer der ersten Kaufhauskette "Kunst & Albers" in Wladiwostok. Die Waren kamen größtenteils aus Hamburg, bis zu 130 Tagen dauerte die Schifffahrt von Europa bis ans andere Ende der Welt. Mit dem Beginn des Ersten Weltkriegs endete Dattans Erfolgsgeschichte.
Adolph Dattan wurde 1854 in Rudersdorf bei Weimar als jüngstes von zehn Kindern eines evangelischen Dorfpfarrers geboren. Nach der Kindheit in ärmlichen Verhältnissen und dem Besuch der Volksschule machte er eine Kaufmannslehre im Geschäft seines Schwagers. Dattan hatte schon früh den Wunsch, in die Welt hinauszuziehen.
Geschäftstüchtiger Kaufmann
Nach der Lehre ging er als Buchhalter zu einem Hamburger Goldschmied, bei dem er den Kaufmann Gustav Kunst kennenlernte, der in Wladiwostok ein Handelshaus betrieb. Kunst bot Dattan eine Anstellung in Russlands fernem Osten an, was der junge Mann sofort annahm.
Adolph Dattan entpuppte sich als Glücksfall für den Kaufhausbetreiber. Er war sparsam, ehrgeizig und fand schnell Gefallen an der russischen Mentalität. Schon bald führte er als Geschäftsführer das imposante Kaufhaus "Kunst & Albers" an der Hauptstraße Wladiwostoks. Zudem betreute er zahlreiche Filialen im russischen Osten und in China.
Rückkehr nach Deutschland
Dattan heiratete die deutsche Lehrertochter Marie Fendler. Sie bekamen mehrere Kinder und genossen ein komfortables Leben in der boomenden Stadt Wladiwostok. Um 1880 ist Dattan ist auf dem Gipfel seines Erfolges angekommen. Er verkehrte mit den Größen der Stadt und verdiente ein Vermögen damit, westliche Waren nach Sibirien zu importieren.
Doch der Erste Weltkrieg veränderte die Lage dramatisch. Als Deutscher war Adolph Dattan in Russland nicht mehr gern gesehen. Die Geheimpolizei warf ihm Spionage vor und schickte ihn in die Verbannung. Erst Jahre später konnte er zu seiner Familie, die er rechtzeitig vor Kriegsausbruch nach Deutschland geschickt hatte, zurückkehren. Dattan starb im August 1924 in Naumburg.
Filmemacher Kay Siering präsentiert in seinem Dokumentarfilm die ganze Vielfalt und den Mythos Sibiriens. Anderthalb Jahre lang reiste er mit Kameramann Jürgen Heck und Assistent Yannick Schmeil immer wieder in die ferne Region. Insgesamt verbrachte das Team mehr als elf Wochen in der russischen Einsamkeit. Mehr als 60.000 Kilometer reiste die Crew mit Flugzeugen und Helikoptern über den gigantischen Landstrich. Temperaturen zwischen minus 40 Grad und plus 35 Grad Celsius stellten Filmemacher und Equipment immer wieder vor enorme Herausforderungen.
Film von Kay Sierling

Textquelle: Presseportal

Die Sendung wird ausgestrahlt am Freitag, den 08.09.2017 um 05:15 Uhr auf Phoenix.