

In der Nacht vom 4. auf den 5. September 2015 beginnt für Angela Merkel eine der größten Zerreißproben ihrer Kanzlerschaft. Sie entscheidet, die in Ungarn festsitzenden Flüchtlinge nach Deutschland einreisen zu lassen.
In der Rückschau gilt der 5. September 2015 als Schlüsseldatum der Flüchtlingsfrage, als der Tag, der dem Jahr eine Wendung gab. Er brachte ein verändertes Deutschland, ein verändertes Europa und eine veränderte Kanzlerin hervor. Unterstützer und Kritiker der Kanzlerin fragen sich seither gleichermaßen: "Ist das noch die Angela Merkel, die wir kennen?" Statt von Berechnung schien sich die mächtigste Frau Europas nun von ihrem Gewissen leiten zu lassen. Riskierte die rationale Strategin erstmals ihre Macht, weil sie von Emotionen bestimmt war?
Die Dokumentation seziert die Zeit vom 3. bis zum 5. September 2015. Es sind drei Tage des Wandels, der politischen Machtkämpfe, drei Tage, die in die Geschichtsbücher eingehen werden. Die damalige Aussetzung des sogenannten Dublin-Verfahrens der EU im Umgang mit Migranten war für die einen ein großartiger Akt der Humanität. Für andere war es ein dramatischer Fehler mit weitreichenden Folgen.
Wir fragen, welche politischen Umstände und Entscheidungsprozesse in Deutschland und Europa zu Merkels historischem Entschluss führten. War es tatsächlich eine einsame Entscheidung ohne Rückendeckung? War ihre Entscheidung alternativlos? Hatte Angela Merkel eine Wahl?
Die Sendung wird ausgestrahlt am Mittwoch, den 06.09.2017 um 02:15 Uhr auf Phoenix.