

Für den jungen Dramatiker ist Griechenland - die Wiege der Poesie und der Dramen - ein Sehnsuchtsort. Halb Reporter, halb Dichter bereiste Andersen die Region in einer Zeit der politischen und gesellschaftlichen Umbrüche. Griechenland war damals ein junger Staat, der gerade erst von der osmanischen Besatzung befreit wurde. Es herrschten ärmliche und chaotische Zustände, aber Andersens Interesse galt vor allem der Akropolis und den Idealen der Antike. Das eigentliche Ziel seiner Reise war jedoch Konstantinopel, das Zentrum des Osmanischen Reiches. Andersen beschreibt die Stadt als so multiethnisch, bunt und aufregend wie man sie auch heute noch erlebt: die Minarette der Moscheen, die Basare, Derwische, Kaffeehäuser, überfüllten Gassen und die Schönheit des Bosporus.
Erst auf seiner Rückfahrt fasste er den Entschluss, das Erlebte niederzuschreiben. In seinem Tagebuch notierte er: "Noch hat kein Buch ein wahres Bild von Griechenland und dem, was ich im Orient gesehen habe, gegeben." Sein Buch "Eines Dichters Basar" ist ein einzigartiges Zeitdokument, in dem Andersen messerscharfe Beobachtungen und idealisierende Beschreibungen miteinander verbindet.
Die Sendung wird ausgestrahlt am Donnerstag, den 24.08.2017 um 23:50 Uhr auf MDR.