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Arthur - Die Erfindung eines Königs

Dokumentarfilm Deutschland 2008 - Summer of Fish 'n' Chips
Samstag, 19.08.2017 15:25 Uhr
arte
Samstag
19.08.2017
15:25 Uhr
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Bildquelle: ARD-Pressebild
Bildquelle: ARD-Pressebild

Die Spurensuche nach der wohl berühmtesten Sage des Mittelalters führt den fiktiven Erzähler Wolfram zunächst nach Wales und Cornwall, in faszinierende Landschaften mit Burgen, Klöstern und Ruinen. Hier soll er einmal geherrscht haben, der wirkliche Artus, nicht die Märchengestalt, die an den Höfen überall in Mode ist. Laut des Historikers Geoffrey von Monmouth, der um 1135 eine Geschichte der Könige Britanniens in lateinischer Sprache vorgelegt hatte, jagte im 6. Jahrhundert ein König Artorius, prophetisch beraten durch den keltischen Druiden und Zauberer Merlinus, im Norden die sächsischen Eindringlinge und im Süden die römischen Kolonisatoren aus dem Land. Er soll ein Römerheer von 500.000 Mann vernichtet haben, und nur Verrat hinderte ihn daran, nach Rom zu marschieren, um die Weltherrschaft zu erringen.
Über 200 mittelalterliche Handschriften von Geoffreys fabelhafter Historie sind überliefert. Niemand störte sich offenbar daran, dass er gar keine Belege für seine Ausführungen hatte. Ein reines Propagandawerk, das den nacheinander von Römern, Sachsen und Normannen heimgesuchten Briten eine glorreiche Vergangenheit bescheinigen sollte. Der wahre König Artus ist bis heute ein Rätsel.
Selbst unter Historikern herrscht keine einhellige Meinung. Sofern er als Einzelperson gelebt hat - und sein Name nicht etwa als Sammelbezeichnung für mehrere Feldherren, Könige und Ritter gebraucht wurde - lebte er im sogenannten dunklen Zeitalter zwischen dem Abzug der Römer aus Britannien um 410 und der Landübernahme durch die Angelsachsen. Diese mehr als ein Jahrhundert währende Zeit zeichnet sich durch eine spärliche und widersprüchliche Quellenlage aus. Immerhin wird in der um 820 niedergeschriebenen "Historia Brittonum" Artus als Heerführer erwähnt, der zusammen mit den britischen Königen gegen die einfallenden Sachsen kämpfte.
Immer wieder finden Wissenschaftler Hinweise, die auf die Existenz des edlen Ritters hinweisen sollen. Doch die meisten erweisen sich als mittelalterliche Fälschung. Gerade diese Tricks aus der frühen Zeit des Artus-Tourismus wird der minnekundige Detektiv und Held des Dokumentarfilms, Wolfram, am eigenen Leibe erfahren. Am Ende wird er erkennen, wer der wahre Artus ist: ein rätselhafter britannischer Heerführer aus grauer Vorzeit, der erst durch die bunte Fantasie genialer Hofpoeten zum idealen König wurde.
Kommentiert und ergänzt wird die mittelalterliche Detektivgeschichte von Jean Markale aus Frankreich, Geoffrey Ashe aus England und Rudolf Simek aus Deutschland, den führenden Artus-Forschern der Gegenwart. Außerdem kommen moderne Artus-Dichter - sowohl aus der internationalen Fantasyszene als auch aus den anspruchsvollen Literatenkreisen - um vom immerwährenden Charme des Artus-Stoffes zu schwärmen. Dokumentarische Aufnahmen von frühesten Schriften und Abbildungen zum Artus-Mythos sowie opulente Bilder magischer Orte und Landschaften ergänzen den Dokumentarfilm.

* Summer of Fish 'n' Chips

Großbritannien ist das Mutterland des Pop. Zum einen ist das Vereinigte Königreich neben den USA das einzige Land, das internationale Popgrößen über Jahrzehnte quasi fließbandartig produziert hat: Adele, Coldplay, One Direction, Radiohead heute - früher die Beatles, die Rolling Stones, Pink Floyd, Led Zeppelin oder The Who, irgendwo dazwischen Depeche Mode, Robbie Williams, George Michael, Sting oder Queen. Zum anderen bildet Großbritannien für das Musikgeschäft seit jeher den Brückenkopf zwischen den USA und Europa: Erst wer den hart umkämpften englischen Markt knackt und erobert, hat Chancen auf einen wahren Welterfolg. ARTE wagt sich nun - im Jahr, in dem die historischen Verhandlungen über den Brexit beginnen - mit dem "Summer of Fish 'n' Chips" daran, sechs Jahrzehnte reichhaltigster britischer Popkultur an sechs Wochenenden zu feiern und zu würdigen.
Der Programmschwerpunkt bietet markante und kultige Spielfilme wie "Highlander", "Notting Hill", den visionären Horror-Klassiker "Peeping Tom" oder Michael Winterbottoms ikonoklastisches Werk "24 Hour Party People", das die New-Wave- und Rave-Szene Manchesters wiederauferstehen lässt. Natürlich ist auch dieser "Summer of" wieder reich an hochkarätigen Konzertaufzeichnungen, die von Pink Floyd über Depeche Mode und The Cure hin zu einem aktuellen Konzert von Deep Purple reichen, die in diesem Jahr ihren Bühnenabschied verkündet haben. Eine besondere Perle ist die Ausstrahlung vom Isle of Wight Festival, das 1968 erstmals stattfand und als das europäische Woodstock in die Pop-Annalen einging. Im Programm findet sich außerdem eine neue, unveröffentlichte Dokumentation über das Beatles-Album "Sgt. Pepper's Lonely Hearts Club Band", das in diesem Sommer 50 Jahre jung wird. Als zeitgenössisches Gegenstück zeigt ARTE in deutscher Erstaufführung mit "Bunch of Kunst" einen Film über das Musikduo Sleaford Mods, das die Wut und Energie des frühen Punk in sich bündelt, ins Heute transportiert und damit wie keine andere Band die aktuelle Stimmungslage im Land beschreibt.
Präsentiert wird der "Summer of Fish 'n' Chips" von dem Mann, der als Sänger der Sex Pistols vor 40 Jahren den Punk miterfand und für gehörig "Anarchy in the UK" sorgte: John Lydon, besser bekannt als Johnny Rotten. Ein Mann, der vielen schon zu Lebzeiten als Legende gilt. Bis zum heutigen Tag mischt er mit seiner Band Public Image Ltd. (PiL) und Hits wie "This is not a love song" weltweit die Musikszene auf. In diesem Frühjahr veröffentlichte er seine gesammelten Texte in dem vielbeachteten Werk "Mr. Rotten's Songbook". Dem beschlossenen Brexit zum Trotz: Die britische Popmusik wird uns sicher auch in den nächsten Jahren und Jahrzehnten noch erhalten bleiben und uns weiterhin inspirieren, unterhalten und prägen. Ja, überhaupt: Als die Beatles und die Rolling Stones in den Sechzigern auch die kontinentaleuropäischen Hitparaden jahrelang besetzt hielten, war Großbritannien auch (noch) kein Mitglied der Europäischen Union ... Daher gilt bis auf weiteres: Keep cool und - never mind the Brits!

Textquelle: Presseportal

Die Sendung wird ausgestrahlt am Samstag, den 19.08.2017 um 15:25 Uhr auf arte.