

Dem Elefantengott Ganesha sagt man in Indien nach, dass er alle Übel der Welt in sich aufnimmt. Nun gibt es einen Ganesha-Roboter, mit dem die Einwohner Indiens während des Ganesha-Fests direkt interagieren können. Und ganz nebenbei wird der Volksglauben durch die Messung elektromagnetischer Wellen in der Stadt wissenschaftlich unter die Lupe genommen.
Ende August 2014 startete der Anthropologe und Regisseur Emmanuel Grimaud mit seinem Team in der Millionenmetropole Mumbai ein einzigartiges Experiment. Sie machten sich mit Bappa 2.0, einem einzigartigen Roboter mit dem Aussehen des Elefantengottes Ganesha, auf den Weg durch die Stadt.
Wer mochte, konnte den von Zaven Paré entworfenen Roboter fernsteuern und ihm seine Stimme verleihen. Hindupriester nutzten ihn für Beschwörungen, Astrologen übermittelten ihren Kunden mit seiner Hilfe Vorhersagen, und für Politaktivisten wurde er zum Sprachrohr für ihre Forderung nach Sozialreformen. Bappa 2.0 entwickelte sich schnell zu einem glaubwürdigen Gesprächspartner.
Während das Ganesha-Fest in vollem Gange war, strömten zahlreiche Gläubige oder auch Ungläubige zu der Gottheit, um mit ihr zu sprechen oder sie auf die Probe zu stellen, wobei manch einer feststellte, dass Gottsein in Wirklichkeit gar nicht so leicht ist. Erstmals in der Geschichte der Religionen war es möglich, an Gottes Stelle zu treten, direkt mit Gott zu sprechen oder sich seinen Rat einzuholen.
Der Ganesha-Roboter aus dem Dokumentarfilm ist im Rahmen der Ausstellung "Persona - Étrangement humain" (26.01. bis 13.11.2016) noch bis Mitte November im Pariser Musée du Quai Branly zu sehen. Die Ausstellung wurde von Emmanuel Grimaud, dem Regisseur des Dokumentarfilms, kuratiert.
ARTE zeigt den Dokumentarfilm pünktlich zum Ganesha-Fest, das am 5. September in Mumbai gefeiert wird und auch in zahlreichen europäischen Städten. Im Pariser Völkerkundemuseum Musée du Quai Branly ist der Religions-Roboter namens Bappa 2.0 noch bis Mitte November in der Ausstellung "Persona - Étrangement humain" zu sehen.
Schwerpunkt: Indien - Tradition, Pracht und Moderne
Indien fasziniert. Ein Land der Gegensätze und Missverständnisse. Ein Land zwischen kolonialer Vergangenheit und farbenfroher Pracht, zwischen Kamasutra und Gandhi, zwischen pulsierender Modernität und teils erschreckender Gewalt. Am 15. August 2017 feiert die bevölkerungsreichste Demokratie der Welt den 70. Jahrestag ihrer Unabhängigkeit. Anlass für ARTE, dem Land einen
Schwerpunkt zu widmen und zu fragen, wo Indien heute steht.
Die Sendung wird ausgestrahlt am Dienstag, den 15.08.2017 um 00:20 Uhr auf arte.