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Historische Ereignisse

Der Kalte Krieg (Teil 3 und 4)
Sonntag, 23.07.2017 17:00 Uhr
Phoenix
Sonntag
23.07.2017
17:00 Uhr
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Am 8. Mai 1945 endete mit der Kapitulation Berlins offiziell der 2. Weltkrieg. Doch aus der einenden Furcht der Besatzermächte im Kampf gegen den Nationalsozialismus enstanden immer mehr Spannungen zwischen den Supermächten USA und Sowjetunion. Der Kalte Krieg war ein Konflikt zwischen "Ost" und "West", dessen sinnbildlicher "Eiserner Vorhang" durch den Mauerbau real wurde. Doch nicht nur Nachkriegs-Deutschland war Austragungsort der Fehde, auch Kuba wurde zum Konfliktherd, als amerikanische Aufklärungsflugzeuge Abschussrampen für sowjetische Raketen entdeckten. Es begann das atomare Wettrüsten in einem "Krieg" der offiziell nie ausgerufen wurde. Nach dem Mauerfall 1989 wurde der Kalte Krieg schließlich formell beigelegt.

* "Mit dem Cadillac durch die Mauer - Fluchthelfer im Kalten Krieg"

Film von Hans Sparschuh und Rainer Burmeister
Bis zum Ende der DDR diffamieren die SED-Medien Fluchthilfeorganisationen als "kriminelle Schleuserbanden". Fluchthilfe gilt als "Staatsfeindlicher Menschenhandel". Dieses Propagandaklischee übernehmen zum Teil auch Medien im Westen. Wurden nach dem Mauerbau gelungene Fluchten noch offen mit Sympathie bedacht, passten organisierte Fluchten aus der DDR ab Ende der 60er-Jahre nicht mehr in die Politik des "Wandels durch Annäherung". Auch die zunehmende Kommerzialisierung und in Teilen Kriminalisierung der Fluchthilfe nach den deutsch-deutschen Verträgen Anfang der 70er-Jahre bis zum Ende der DDR trugen zur Verdrängung bei.
Anhand von ungewöhnlichen Lebenswegen soll den Beweggründen von Fluchthilfe an der Grenze zu Berlin-West, an der ehemaligen innerdeutschen Grenze oder an anderen Grenzen des Eisernen Vorhangs nachgegangen werden. Es waren junge Leute aus der Bundesrepublik und West-Berlin, Menschen wie Burkhard Veigel, Manfred Matthies, Volker G. Heinz oder Sigrid Grünewald, die dafür die eigene Freiheit oder sogar ihr Leben riskierten.
Den Autoren Hans Sparschuh und Rainer Burmeister geht es in ihrer Dokumentation um die ideellen Motivationen des Handelns in Zeiten des Kalten Krieges, um Zivilcourage und Freiheitswillen.

* "Am Rande des Atomkriegs - Kampf um Kuba und Berlin"

Film von Bärbel Schmidt-Sakic und Stefan Brauburger
Als ein US-Aufklärungsflugzeug am 14. Oktober 1962 sowjetische Raketenbasen auf Kuba entdeckte, drohte der nukleare Rüstungswettlauf der Supermächte zu eskalieren. Die Machtprobe zwischen Washington und Moskau führte die Menschheit vor 50 Jahren an den Rand des Dritten Weltkriegs. Wie eng die Krise in der Karibik mit einem anderen Konfliktherd mitten in Europa verbunden war, dem geteilten Berlin, zeigt der Film von Stefan Brauburger und Bärbel Schmidt-Sakic.
Beide "Inseln" waren Streitobjekte der Supermächte. War Kuba der sozialistische Stachel im Fleisch der US-Amerikaner, blieb Westberlin auch nach dem Bau der Mauer eine Provokation für die Sowjetunion. Die USA drohten, die Freiheit der Stadt, ihre Zugangswege und die Präsenz der Westmächte notfalls militärisch zu verteidigen, stützten sich dabei auf ihre nukleare Überlegenheit.
Viel spricht dafür, dass Chruschtschow durch die Raketenstationierung auf Kuba nicht nur Castros Insel schützen und im atomaren Rüstungswettlauf aufholen wollte. Er konnte damit auch die Voraussetzung schaffen, in der Berlin-Frage mehr Druck auf Kennedy auszuüben. Der US-Präsident geriet in Zugzwang. Hohe Militärs forderten von ihm, Kuba notfalls anzugreifen, bevor die sowjetischen Mittelstreckenraketen einsatzfähig waren.
Doch würde Moskau dann womöglich gegen die "Achillesferse" Westberlin vorgehen - und der Funke nach Europa überspringen?
Zudem standen auf Kuba längst taktische Nuklearwaffen zur Abwehr bereit, davon hatten die Entscheider in Washington keine Kenntnis. Hätte der sowjetische Befehlshaber auf Kuba etwa im Fall einer US-Invasion Atomsprengköpfe eingesetzt - darin sind sich damalige Akteure beider Seiten heute einig - wäre eine nukleare "Kettenreaktion" in Gang gekommen, die auch vor Europa nicht Halt gemacht hätte.
Wie nach Jahrzehnten freigegebene Dokumente aus Militärarchiven in Ost und West belegen, hätte der Mitte des Kontinents ein Inferno gedroht. Manöverberichte und Planspiele malen drastische Szenarien aus: Mehr als 2000 Nukleardetonationen hätten vor allem den deutschen Raum in eine Trümmerwüste verwandelt, mit zig Millionen Toten. Zudem hätten wohlmöglich Deutsche gegen Deutsche Atomwaffen einsetzen müssen, denn NVA und Bundeswehr verfügten über Trägersysteme, die im Kriegsfall mit nuklearen Sprengköpfen ihrer Vormächte bestückt worden wären.
In letzter Minute verständigten sich Kennedy und Chruschtschow - über geheime Kanäle - auf einen Kompromiss. Im Gegensatz zu höchsten Militärs auf beiden Seiten waren sie zu dem Schluss gekommen, dass ein Atomkrieg zwischen Ost und West nicht mehr führbar war.

Textquelle: Presseportal

Die Sendung wird ausgestrahlt am Sonntag, den 23.07.2017 um 17:00 Uhr auf Phoenix.