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Fahr mal hin

Im Südschwarzwald - Konfitüre, Rebellen und Kapellen
Freitag, 14.07.2017 18:15 Uhr
SR
Freitag
14.07.2017
18:15 Uhr
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Bildquelle: ARD-Pressebild
Bildquelle: ARD-Pressebild

Südlich des Belchens, dem schönsten Schwarzwaldberg, bestimmt ein Fluss die Täler. Die Wiese. Sie ist Lebensader und treibt viele Kleinkraftwerke an. Schönau, Zentrum im oberen Wiesental, ist eine Ökohauptstadt.
Nirgends war Baden so früh industrialisiert wie im Wiesental. Der Fluss Wiese treibt die vielen Kleinkraftwerke in der Region südlich des Belchens an. Hier wurde die Energiewende schon lange vor dem Atomausstieg Realität. Der kleine Ort Schönau wurde durch Stromrebellen berühmt. Nach dem Reaktorunfall von Tschernobyl als Bürgerinitiative gegründet, übernahmen die Stromrebellen 1997 die örtliche Stromversorgung. Aus ihnen sind heute erfolgreiche Unternehmer geworden. Sie beliefern inzwischen nicht nur gut 135.000 Kunden in ganz Deutschland mit sauberem Strom, sondern fördern auch neue Stromerzeugungsanlagen.
Drei Generationen haben das Unternehmen Faller aus der Umgebung Schönau zu einem der führenden deutschen Konfitürenhersteller gemacht. Das Erfolgsrezept der Manufaktur hat sich über die Jahre nicht verändert. Die Früchte stammen überwiegend aus der Region und werden in kleinen Mengen nach traditionellem Familienrezept im offenen Kupferkessel schonend verrührt.
Hoch über dem Wiesental bei Mambach thront die Bergkapelle Maria Frieden. Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges erbauten Heimkehrer, Frauen und Kinder die Kapelle als Dank für die Verschonung des Tals vor Bomben und Zerstörung. Der Pfarrer hat den Bau gefilmt. "Fahr mal hin" zeigt das Zeitzeugnis als Fernsehpremiere.
Am Hasenhorn im Todtnauer Ferienland befindet sich die längste Sommer-Rodelbahn Deutschlands. Auf Schienen rasen die Schlitten fast drei Kilometer hinab ins Wiesental. Auf der Bergseite gegenüber bei Aftersteg stürzt das Wasser des Stübenbachs 97 Meter in die Tiefe. Mehr als 500.000 Gäste besuchen das Naturschauspiel jedes Jahr. Als Relikt der letzen Eiszeit liegt der Karsee auf 915 Meter in einem Wald versteckt. Eine seltene Pflanzenwelt kann hier in Ruhe wachsen und gedeihen. Den Badischen Riesenregenwurm findet man weltweit nur im Belchenland. Das glitschige Lebewesen verbringt die meiste Zeit in der Dunkelheit seines Baus und ist mit 60 Zentimetern ein echter Riese.

Textquelle: Presseportal

Die Sendung wird ausgestrahlt am Freitag, den 14.07.2017 um 18:15 Uhr auf SR.