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Historische Ereignisse

Vor 55 Jahren: Charles de Gaulle und Konrad Adenauer besiegeln in Reims die Versöhnung zwischen Fran
Sonntag, 02.07.2017 14:00 Uhr
Phoenix
Sonntag
02.07.2017
14:00 Uhr
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Vor genau 55 Jahren trafen sich die beiden Saatsmänner Konrad Adenauer und Charles de Gaulle zum ersten Mal. Aus einem formalen Akt wurde eine freundschaftliche Beziehung, die sich auch auf das Verhältnis der beiden Nationen auswirkte. Die Freundschaft der Nationen wurden 1963 in einem Vertrag verewigt. Konrad Adenauer und Charles de Gaulle unterschrieben beide im Élysée-Palast in Paris die Verträge, umarmten sich und gaben sich den bekannten "Bruderkuss" - ein Akt, der Jahre zuvor zwischen Frankreich und Deutschland nicht denkbar gewesen wäre.

* De Gaulle und Adenauer - Eine deutsch-französische Freundschaft

Film von Werner Biermann und Christian Kähler
Im September 1958 trafen sich Konrad Adenauer und Charles de Gaulle zum ersten Mal. Ihr Ziel war nichts Geringeres als die Freundschaft zwischen ihren Nationen.
Sie waren beide sehr gespannt auf den Anderen, als sie sich zum ersten Mal trafen: Konrad Adenauer fürchtete in De Gaulle einen kriegerischen General zu treffen, der die Deutschen, die er sein Leben lang bekämpft hatte, immer noch hasst. De Gaulle, seit wenigen Wochen französischer Ministerpräsident, hatte in einer demonstrativen Geste den deutschen Bundeskanzler in sein privates Landhaus nach Colombey-les-deux-Églises eingeladen, etwas, das er nie zuvor mit einem Politiker getan hatte und auch niemals danach tat. Als Adenauer sich verabschiedete, war so etwas wie ein Wunder geschehen: Die beiden Politiker hatten spontan eine herzliche Beziehung zueinander gefunden und waren fest entschlossen, die alte Feindschaft zwischen Deutschland und Frankreich endgültig zu beenden. Die ungeheure Last der deutsch-französischen Geschichte, Kriege, Konflikte und wechselseitige Demütigungen, war auch in ihrem persönlichen Leben von Anfang an spürbar.
Am Ende des Zweiten Weltkrieges, 1945, schien es unvorstellbar, dass Deutschland und Frankreich sich jemals aussöhnen könnten. Vier Jahre nach ihrem ersten Treffen von Colombey-les-deux-Églises, 1962, machten beide Politiker Staatsbesuche in das jeweilige Nachbarland. Diese lösten bei beiden Bevölkerungen so viel Begeisterung aus, dass Adenauer und de Gaulle beschlossen, die neue Freundschaft mit einem Vertrag zu krönen und zu festigen. Am 22. Januar 1963 unterschreiben beide im Élysée-Palast in Paris die Verträge, umarmen sich und geben sich den "Bruderkuss" - eine Geste, in der die Zeitgenossen ihre Sehnsucht nach einer dauerhaften Aussöhnung von Deutschen und Franzosen ausgedrückt fanden.
Es bedurfte allerdings der nachfolgenden Politiker-Generation, diesen Vertrag wirklich mit Leben zu erfüllen. Die ersten waren Helmut Schmidt und Valery Giscard d'Estaing, die im Film eindrucksvoll davon erzählen. Auch die meisten der nachfolgenden deutsch-französischen Politiker-Paare (Kohl/Mitterrand, Schröder/Chirac, Merkel/Sarkozy bzw. Hollande) stellten sich in die Tradition, die Adenauer und De Gaulle begründet hatten: Die Idee der deutsch-französischen Freundschaft als Grundlage des Friedens in Europa.

Textquelle: Presseportal

Die Sendung wird ausgestrahlt am Sonntag, den 02.07.2017 um 14:00 Uhr auf Phoenix.