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Weltbilder

Das Auslandsmagazin
Freitag, 30.06.2017 00:30 Uhr
tagesschau24
Freitag
30.06.2017
00:30 Uhr
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Bildquelle: ARD-Pressebild
Bildquelle: ARD-Pressebild


* Polen: Die letzte Bastion der Demokratie ist ein kleiner Wohnwagen

Wenn Premierministerin Beata Szydlo morgens zur Arbeit kommt, muss sie an ihm vorbei. Es ist zwar nur ein kleiner Wohnwagen, aber er nervt die Regierung mehr als Massendemonstrationen. Seit dem 9. März 2016 steht er da, wo zunächst allerdings nur ein Zelt stand, bewohnt von einer kleinen Gruppe, die beharrlich an das antidemokratische Vorgehen der Regierung erinnert. Denn an dem Tag hatte Ministerpräsidentin Szydlo widerrechtlich ein Urteil des Verfassungsgerichts nicht veröffentlicht. Ola, Kosmetikerin, kommt alle drei Tage vorbei, Grzegorz ist fast immer da, tanzt Tango, irgendetwas muss man ja machen. Jarek und Asia verteilen an Passanten Exemplare der Verfassung mit Notizen, die zeigen, wo die Verfassung missachtet wurde. Sympathisanten bringen Kuchen und Getränke vorbei. Sie waren da im Winter, bei minus 20 Grad, sie sitzen dort jetzt bei 30 Grad Hitze, einfach weil sie die politische Entwicklung in Polen nicht hinnehmen wollen.

* China: die "Universität der Alten"

Herr Liu ist Rentner. Aber mit seinen 71 Jahren will er sich nichts auf Altenteil setzen. Sein neues Lebensmotto hat er in der "Universität der Alten" erlernt: Suche Wissen und Freude und bleibe dabei immer liebenswürdig. 600 Rentner besuchen die "Universität der Alten" in Rudong, einer Stadt nicht weit von Schanghai. Diese Stadt gilt als die älteste Stadt Chinas: 30 Prozent der über eine Million Einwohner sind über 60 Jahre alt. Und so benötigt man Konzepte, um sie alle zu beschäftigen. Elf Euro im Semester zahlen die Rentner und dürfen dann alle Kurse besuchen: Fotografie, Literatur, Geschichte und zahlreiche mehr. Herr Liu will wieder mehr kochen und so besucht er auch noch den Kochkurs für Hausmannskost.

* Indonesien: mit dem Schlagstock für die Scharia

Händchen halten, flirten, Alkohol trinken, das alles ist verboten in Banda Aceh. Hier gilt die Scharia. Und in diesem Teil Indonesiens überwacht eine spezielle Polizei, dass das muslimische Gesetz eingehalten wird. Wer dagegen verstößt, dem droht eine öffentliche Strafe: Auspeitschung. 20 oder 40 Schläge mit dem Bambusstock vor den Augen von Schaulustigen. Dabei geht nicht in erster Linie um den Schmerz, sondern um die Demütigung, beobachtet ARDKorrespondent Philipp Abresch. Indonesien stand lange für einen weltoffenen, toleranten Islam. Das scheint sich zu ändern.

Textquelle: Presseportal

Die Sendung wird ausgestrahlt am Freitag, den 30.06.2017 um 00:30 Uhr auf tagesschau24.