John F. Kennedy war der 35. Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika. Er galt als äußerst charismatisch und mit dem berühmten Satz "Ich bin ein Berliner" seiner Rede beim Berlinbesuch 1963 erhielt er auch eine breite Zustimmung der Deutschen. Während seiner Zeit als Präsident hatte Kennedy allerdings mit mehreren außenpolitischen Krisen, wie dem Bau der Berliner Mauer, der Kuba-Krise und der Eskalation des Vietnamkriegs, zu kämpfen. Kennedy vollendete seine Amtszeit nie. Im November 1963 stirbt John F. Kennedy während seiner Wahlkampfreise in Dallas durch ein Attentat, um das sich noch heute viele Verschwörungstheorien ranken.
Dokumentationen:
* "Mit Kennedy durch Deutschland - Kennedy und die Deutschen", Film von Christine Rütten
"Der Funke sprang über, wie ich es noch nie erlebt habe. Er war anders als diese alten deutschen Politiker, er verkörperte etwas Neues. Wir waren jung und wir waren sehr aufgeregt", so erlebte Heinz Ickstadt, damals 27 Jahre und Student in Berlin, den Kennedy-Auftritt vor dem Schöneberger Rathaus. "Kennedy war eine strahlende Gestalt, ein Mensch, der die Sehnsüchte der Menschen nach Freiheit erfüllte, der Amerika und die Welt auf den richtigen Weg bringen konnte."
Ob in Köln, Bonn, Frankfurt oder Berlin, Kennedy wurde frenetisch gefeiert, nie zuvor hatte es in Deutschland eine solche Begeisterung für Amerika gegeben. Und niemals danach - der Kennedy-Besuch im Juni 1963 markiert bis heute einen Höhepunkt der transatlantischen Partnerschaft zwischen den USA und Deutschland. Kennedy erschien den Deutschen wie eine Lichtgestalt, ein Hoffnungsträger für Alte und Junge. Für die einen war er der Garant der Sicherheit vor einer sowjetischen Expansion in Westeuropa, für die anderen verkörperte er eine neue Politikergeneration, hob sich ab von den vergreisten Politikern der Bonner Republik. Statt väterlicher Autorität brachte der amerikanische Präsident jugendlichen Idealismus mit, statt auf eherne Dogmen setzte er auf mutige Visionen. In einer krisengeschüttelten Zeit war er die Führungsfigur der freien Welt, von der sich so viele eine friedlichere Zukunft erhofften.
In Ausschnitten aus den Fernsehübertragungen zum Besuch vermitteln die Reporter von damals, unter anderem der junge Hajo Friedrichs, die Stimmung und Gefühle jener Tage. Zeitzeugen berichten, wie sie den Deutschlandbesuch des amerikanischen Präsidenten erlebten: Gerald Blaine war Mitglied im Security Service des Präsidenten und auf der gesamten Reise mit dabei. Von der Begeisterung der Deutschen war er beeindruckt, obgleich der Ansturm seinen Job nicht gerade leicht machte. Auch die deutschen Polizeibeamten wurden ziemlich nervös, als Kennedy am Frankfurter Römer ein Bad in der Menge nahm. Andrej Bockelmann, Sohn des damaligen Frankfurter Oberbürgermeisters Werner Bockelmann, erlebte, wie Tausende Kennedy zujubelten.
Mit seiner Rede in der Frankfurter Paulskirche und natürlich mit dem Bekenntnis "Ich bin ein Berliner" vor dem Schöneberger Rathaus traf Kennedy immer wieder den richtigen Ton, um den von Mauerbau und Kaltem Krieg verunsicherten Deutschen neues Vertrauen zu geben. Auch auf der anderen Seite der Mauer wurde der Besuch des amerikanischen Präsidenten sehr genau verfolgt. Der sowjetische Staats- und Parteichef Nikita Chruschtschow reagierte und besuchte Ostberlin nur zwei Tage nach der Abreise Kennedys. Sergej Chruschtschow, sein Sohn, erinnert sich daran und auch an die Bestürzung seines Vaters, als Kennedy nur wenige Monate später ermordet wurde.
Das war im November 1963. Ganz Deutschland trauerte, Berlin besonders: "Es war, als hätte man selbst etwas Traumatisches erlebt. Man hat sich so mit den Amerikanern identifiziert. Der einzige Vergleich, der mir einfällt, ist 9/11. In Berlin gab es tagelang Trauermärsche. Die ganze Stadt trauerte", erinnert sich Heinz Ickstadt. Mit einem Ausblick auf das Attentat endet der Film. Willy Brandt hielt, den Tränen nahe, eine bewegende Rede. Ein Hoffnungsträger der Deutschen war tot.
* "Kennedy - Das Geheimnis der letzten Tage", Film von Martina Schindelka und Annette Harlfinger
Es ist der 22. November 1963: US-Präsident John F. Kennedy steigt in eine offene Limousine. Keiner seiner Agenten, die ihn im Notfall hätten retten können, ist in seiner Nähe. Und das, obwohl der Präsident fast täglich Morddrohungen erhält. Der Film zeichnet ein präzises Bild des zweiten, des geheimen Lebens von John F. Kennedy. Die Dokumentation stellt auch die Frage, ob die Todesschüsse etwas mit dem Doppelleben des Präsidenten zu tun haben könnten. Haben die Männer des Secret Service an diesem Tag ihren Job absichtlich nicht richtig gemacht?
John F. Kennedy war der erste Polit-Star der westlichen Welt. Geschickt nutzte er die Medien. Seine privaten Schwächen blieben verborgen. Die Öffentlichkeit erfuhr nichts über seine lebensbedrohlichen Krankheiten - und seine zahlreichen Affären. Der Präsident war ein notorischer Schürzenjäger. Die damals 19-jährige Mimi Alford schildert, zum ersten Mal im deutschen Fernsehen, wie sie vom amerikanischen Regierungschef verführt wurde - im Schlafzimmer der First Lady.
Clint Hill, einer der damals diensthabenden Agenten, berichtet überraschende Fakten. Als Bodyguard begleitete er das Präsidentenauto und fragt sich noch heute, 50 Jahre danach, ob Kennedy hätte überleben können.
* "Der Kennedy-Clan - ZDF-History: Im Schatten von JFK", Film von Kathrin Seelmann-Eggebert
Jean Kennedy, die letzte noch lebende Schwester von US-Präsident John F. Kennedy, blickt zurück auf die Karriere ihres Bruders und das Leben ihrer Familie. Vor 55 Jahren, am 20. Januar 1961, wurde John F. Kennedy als US-Präsident vereidigt. Er erfüllte damit den lang gehegten Traum seines Vaters. Joe Kennedys unbedingter Wille zur Macht erforderte Opfer - von jedem Kennedy-Sprössling. In ihrem letzten großen Interview blickt Jean Kennedy zurück auf den Aufstieg der Familie, eine harte Kindheit und die Präsidentschaft ihres Bruders.
* "Geliebt, gehasst, gefürchtet - Die US-Präsidenten und die Deutschen", Film u.a. von Alexander Berkel und Johanna Kaack
Die US-Präsidenten bewegen die Massen - auch bei uns. Wohl kaum ein anderer ausländischer Regierungschef schafft es, Hunderttausende zu mobilisieren - teils aus Liebe, teils aus Protest.
"ZDF History" beleuchtet eine lange Beziehung zwischen Zuneigung und Zorn: Von Kennedy und Obama, denen die Herzen der Deutschen zuflogen, bis zu Reagan und Bush, den während ihrer Amtszeit wohl unbeliebtesten US-Präsidenten in Deutschland. Doch manchmal gibt es auch die "Liebe" auf den zweiten Blick: Anfangs als Cowboy verspottet, als kalter Krieger geschmäht und gefürchtet, gilt Ronald Reagan heute als geachteter Staatsmann und einer der größten Präsidenten überhaupt - und das nicht nur in Amerika. "ZDF History" zeigt in "Geliebt, gehasst, gefürchtet" wie Politiker von jenseits des Atlantiks die Menschen hier bewegen und emotionalisieren - im Guten wie im Bösen.
Die Sendung wird ausgestrahlt am Sonntag, den 28.05.2017 um 14:00 Uhr auf Phoenix.