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Schätze der Welt - Erbe der Menschheit

Der Kampf mit den Elementen - Die Mühlen von Kinderdijk / Das Wouda-Schöpfwerk, Niederlande
Sonntag, 28.05.2017 06:00 Uhr
SR
Sonntag
28.05.2017
06:00 Uhr
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Bildquelle: ARD-Pressebild
Bildquelle: ARD-Pressebild


* Der Kampf mit den Elementen - Die Mühlen von Kinderdijk

"Das mächtige Zeugnis menschlicher Genialität und Beständigkeit" nannte die UNESCO die Windmühlen von Kinderdijk, im Süden der Niederlande, nahe Rotterdam.
Ihren Namen verdanken die 19 Windmühlen einer Legende: Bei einer Flutkatastrophe soll ein kleines Kind in seinem Körbchen angeschwemmt worden sein. Und die Leute wollen gesehen haben, dass eine Katze im Korb so hin- und hergelaufen sei, dass sie den Korb im tosenden Wasser im Gleichgewicht halten konnte und damit dem Kind das Leben gerettet habe. Soweit die Legende.
Tatsache aber ist, dass vor beinahe 1.000 Jahren eine große Flut die tiefer liegenden Gebiete Hollands heimgesucht hat. Deiche wurden gebaut, um vor Überschwemmungen zu schützen. Der Traum der Deichbauer: das unter Wasser stehende Hinterland trocken zu legen. Es hätte Riesen gebraucht, die das Wasser ausschöpfen und in die höher gelegenen Kanäle und Flüsse ableiten. Diese Reisen wurden vor 250 Jahren gebaut: die Windmühlen von Kinderdijk. Das durch Windkraft angetriebene Windrad der Mühle setzt das Schaufelrad in Bewegung. Es hebt das Wasser vom Kanal im Polder - vom trocken zu legenden Land - in einen höheren Kanal; die nächste Mühle schöpft dieses Wasser weiter in einen noch höheren Kanal. Danach wird das zwei Meter angehobene Wasser in den Fluss geleitet.
Heute erledigen diese Arbeit elektrische Maschinen und Pumpen. Die moderne Technik hat Windmühlen nahezu überflüssig gemacht. Noch im 20. Jahrhundert sind viele tausend Mühlen zerstört worden. Nun hat ein Umdenken begonnen. Die Windmühlen von Kinderdijk sind Zeugen einer Kultur, die zu bewahren und zu pflegen eine Verpflichtung der ganzen Völkergemeinschaft ist.

* Das Wouda-Schöpfwerk

Seit dem 19. Jahrhundert ermöglichen Pumpwerke in Friesland Siedlung und Landwirtschaft. Immer wieder waren die Friesen Opfer von verheerenden Sturmfluten und Überschwemmungen. Um das Land zu entwässern, entstanden Pumpwerke mit großen Kapazitäten. Das Dampfschöpfwerk bei Lemmer wurde im Oktober 1920 durch die niederländische Königin eingeweiht.
Es ist kein totes Industriedenkmal, sondern ein lebendiges Zeugnis des Dampfmaschinenzeitalters. Fünf- bis sechsmal im Jahr versehen die Maschinen noch ihren Dienst und transportieren sechs Prozent des friesländischen Wasserüberschusses ins Ijsselmeer pumpen. In der Minute sind das 4.000 Kubikmeter - der Rauminhalt eines mittleren Kirchenschiffs! Die große Maschinenhalle mit den Pumpengehäusen und den Dampfmaschinen sieht aus wie am ersten Tag. Die Technik stammt aus einer Zeit, als der Glaube an den technischen Fortschritt noch ungebrochen war. Dampfmaschinen sind Ikonen des industriellen Zeitalters. Sie vereinen Schönheit mit Kraft - eine Kombination, welche die Menschen seit jeher fasziniert.
1998 wurde das Wouda-Schöpfwerk als herausragendes industriegeschichtliches Denkmal in die Liste des Weltkulturerbes übernommen.
21.11.2003 SWR/SRDie wertvollsten Natur- und Kulturdenkmäler der Welt schützt die UNESCO seit 1972 als "Erbe der Menschheit". Die Fernsehreihe "Schätze der Welt" erzählt von diesen Orten in eindrucksvollen Bildern.
Autor: Ute Geisler, Utz Kastenholz

Textquelle: Presseportal

Die Sendung wird ausgestrahlt am Sonntag, den 28.05.2017 um 06:00 Uhr auf SR.