

Die Neue Reichskanzlei sollte eine Art Probelauf für Hitlers größenwahnsinnige "Welthauptstadt Germania" sein. Gebaut für die Ewigkeit, nach dem Ende der Naziherrschaft gesprengt, entsorgt, vergessen.
Bis auf wenige Hinweistafeln ist das ehemalige Machtzentrum des Nationalsozialismus heute fast gänzlich unkenntlich im Berliner Stadtbild. Wer es nicht weiß, wird kaum vermuten, dass sich hier in Berlin-Mitte, zwischen Holocaust-Mahnmal und Potsdamer Platz, inmitten von DDR-Plattenbauten, einst Hitlers Prunkbau und dessen Bunkersystem befand. Der sichtbare Ort des Ungeistes ist verschwunden. Ebenso auch die Nachkriegsgeschichte der Reichskanzlei: mehrfach von Stalins Geheimdienst durchgekämmt, "Fundort" von Hitlers Leiche, Touristenattraktion für die Alliierten, intensiver "Forschungsort" der DDR-Staatsicherheit nach dem Mauerbau, wiederentdeckte Terra incognita.
Mythos und Wahrheit des Bauwerks ziehen immer wieder Fachhistoriker und Spezialisten aller Art in ihren Bann, bieten interessante Einblicke und Diskussionsstoff.
Die Autoren der Dokumentation nähern sich aus unterschiedlichen Perspektiven und mit überraschenden filmischen Mitteln dem Ort und seiner Geschichte. Dazu gehören umfangreiches Filmarchivmaterial, detailgetreue 3D-Animationen und Entdeckungen in Moskauer Archiven.
Eine spannende Spurensuche in der Mitte Berlins, die, gerade an diesem Ort, wie keine andere Stadt von den Brüchen der deutschen Geschichte gezeichnet ist.
Film von Jürgen Ast und Kerstin Mauersberger
Die Sendung wird ausgestrahlt am Dienstag, den 16.05.2017 um 07:30 Uhr auf Phoenix.