* 1. Rockefeller und das Öl
Kaum eine andere amerikanische Familie kann es an Reichtum, Macht und Prestige mit den Rockefellers aufnehmen. Sie sind ein Synonym für den Kapitalismus schlechthin - für hemmungslosen Ehrgeiz, arrogante
Überheblichkeit aber auch unglaubliche Generosität und großzügiges
Mäzenatentum. Über Generationen war die Geschichte der Familie geprägt von Skandalen und Tragödien, die den Aufstieg des Clans begleiteten. Alles begann vor mehr als 100 Jahren, als John D. Rockefeller die Standard Oil Company gründete. Das war ihm aber keineswegs in die Wiege gelegt. Sein Vater, William Rockefeller, verdiente sein Geld mit dem Verkauf von zweifelhaften Wundermedikamenten. John war das zweite von sechs Kindern. 1853 verließ sein Vater die Familie, kümmerte sich nicht um eine Scheidung, ging nach Kanada und gründete dort eine neue Familie. Der 16-jährige John suchte sich einen Job, und schon drei Jahre später gründete er mit einem Partner sein erstes Geschäft. Als Chef der Standard Oil Company übernahm er einen Konkurrenten nach dem anderen, mit allen Mitteln, die dafür notwendig waren.
1882 kontrollierte er 90 Prozent der Produktionskapazität von Öl in den USA und diktierte den Eisenbahngesellschaften die Beförderungspreise.
* 2. J.P. Morgan und das Geld
John D. Rockefeller erschuf ein Ölimperium, trieb Konkurrenten in den Ruin und fegte sonntags die Kirche. J. P. Morgan gründete die größte Aktiengesellschaft der Welt, rettete die USA vor dem Staatsbankrott und landete wegen fragwürdiger Finanzgeschäfte vor Gericht. Henry Ford begann als Tüftler in einer Gartenlaube, erfand das Auto für die Massen und war ein überzeugter Antisemit: Die Pioniere Amerikas wurden um die Jahrhundertwende zu Synonymen für den amerikanischen Traum, für Reichtum und Macht, aber auch für Skrupellosigkeit und hemmungslosen Kapitalismus.
* 3. Henry Ford und die Zukunft
"Mein Urahn war genial , sagt Henry Ford III. heute, ein freundlicher junger Mann, und schwärmt im Film vom größten Unternehmer, den die Welt je gesehen hat.
Der Farmersjunge Henry Ford legt die Grundlagen der amerikanischen Konsumgesellschaft. Jeder Arbeiter soll so viel verdienen, dass er sich ein Auto leisten kann. Sein Auto, das Ford Modell T. Dazu muss dieses Automobil billig, rationell und massenhaft gebaut werden.
Ford teilt die Arbeit, taktet und verlagert sie ans Fließband. Er ist der Vater der Massenmobilisierung. 15 Millionen Ford T laufen von Fords Bändern. Ford wird zum größten Automobilkonzern seiner Zeit. Henry zum Sinnbild des amerikanischen Unternehmer-Tycoons, der alle und alles kontrolliert.
Henry Ford ist unternehmerischer Visionär, aber gleichzeitig auch Vorbild für die Nazis und Stalin. Und er ist ein gesellschaftlicher Reaktionär, der Gewerkschafter bespitzeln lässt und gegen Juden hetzt, aber die ersten Schwarzen als Industriearbeiter einstellt. Henry Ford, ein Leben, so monumental wie aberwitzig.
Die Sendung wird ausgestrahlt am Sonntag, den 07.05.2017 um 14:00 Uhr auf Phoenix.