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Historische Ereignisse

Wendepunkte der Geschichte - Teil 4: "Der Kalte Krieg"
Sonntag, 23.04.2017 14:00 Uhr
Phoenix
Sonntag
23.04.2017
14:00 Uhr
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* ZDF-History - Die Geheimpläne der Kalten Kriegs

Es gibt sie noch heute, überall in Deutschland: vergessene Bunkeranlagen, verwaiste Stützpunkte und verfallene Waffenlager. Es sind Relikte eines globalen Machtkampfs zwischen Ost und West, der im Fall einer militärischen Eskalation auf deutschem Boden eine Trümmerlandschaft hinterlassen hätte. Die Gefahr eines alles verheerenden Nuklear-Krieges der Supermächte war kein fernes Planspiel, sondern jahrzehntelang eine konkrete Bedrohung. "ZDF-History" zeigt, wovon die Bevölkerung auf beiden Seiten damals nur wenig oder gar nichts erfuhr: von der Ausbildung geheimer Partisanentruppen, die im Rücken der Front operieren sollten bis hin zu Kriegsplänen und Szenarien, in denen die atomare Vernichtung ganzer Großstädte und Ballungsräume wie München oder Hamburg in Kauf genommen wurde - mit vielen Millionen Toten.                                      

* Geheimnisvolle Orte Das amerikanische Hauptquartier - Eine Machtzentrale im Kalten Krieg

Film von Grit Lederer
Eine Machtzentrale in West-Berlin: Das Hauptquartier der amerikanischen Streitkräfte in der Clayallee. Hier wurde fast 50 Jahre lang das Schicksal Berlins maßgeblich mitbestimmt. Erstmals stellt eine Fernsehdokumentation diese Berliner Machtzentrale der Nachkriegszeit vor. Im Sommer 1945 beschlagnahmen die Amerikaner das Luftgaukommando III. Drei Jahre später, Juni 1948, greift General Lucius D. Clay in diesem Gebäude zum Telefonhörer und befiehlt die legendäre Luftbrücke. In den 1930er Jahren von den Nationalsozialisten erbaut, ist die Verwaltungs- und Kasernenanlage noch heute von monumentaler Wucht. Von hier aus wurde während des 2. Weltkriegs eine wichtige Kommandostelle der Luftwaffe koordiniert. Das weitläufige Foyer mit seinen Marmorsäulen sowie imposante Säle zeugen vom Stellenwert des Gebäudes damals. Nach dem Krieg kamen die Amerikaner und herrschten hier fast 50 Jahre. 1994 verließen sie Berlin. Das Areal lag brach. So erstaunt es nicht, dass das Hauptgebäude in den letzten Jahren Hollywood-Produktionen als pompöse Kulisse diente: "Inglourious Basterds" mit Brad Pitt und "Operation Walküre" mit Tom Cruise wurden auch hier gedreht.
Die Einbauten der amerikanischen Streitkräfte sind noch erhalten: Ein Gerichtssaal mit hölzerner Balustrade für den Angeklagten, schalldichte Verhörzellen, Tresorräume im Keller sowie die größte und teuerste Telefonabhörzentrale Westberlins. Noch heute ist das Areal von Sicherheitszäunen mit Stacheldrahtrollen abgesperrt, ein Hochsicherheitsterrain. Die Dokumentation erzählt die spannende Geschichte des Hauptquartiers.

* Geheimnisvolle Orte - Die Russische Botschaft - Film von Christian Klemke

Kaum ein anderer Ort in Berlin ist wohl so geheimnisumwoben wie die Botschaft der Russischen Föderation Unter den Linden 63 - 65. Nach außen hin zeigt sich die Botschaft als gewaltiger Gebäudekomplex, innen präsentiert sie sich mit geradezu imperialer Pracht. Sie ist der größte Botschaftsbau Europas, fertiggestellt im Jahr 1951 als Botschaft der UdSSR in der DDR. Eine Zwingburg des "Großen Bruders" war sie damals, mächtig und unnahbar. Ihr Standort an der Grenze zweier verfeindeter Systeme. Was sich in den 40 Jahren DDR an diesem Ort abspielte und wie schließlich aus einer Sowjetbotschaft die Russische Botschaft wurde, davon erzählen seltene Archivbilder und hochkarätige Zeitzeugen.

* Am Rande des Atomkriegs - Kampf um Kuba und Berlin - Film von Bärbel Schmidt-Sakic und Stefan Brauburge

Als ein US-Aufklärungsflugzeug am 14. Oktober 1962 sowjetische Raketenbasen auf Kuba entdeckte, drohte der nukleare Rüstungswettlauf der Supermächte zu eskalieren. Die Machtprobe zwischen Washington und Moskau führte die Menschheit vor 50 Jahren an den Rand des Dritten Weltkriegs. Wie eng die Krise in der Karibik mit einem anderen Konfliktherd mitten in Europa verbunden war, dem geteilten Berlin, zeigt der Film von Stefan Brauburger und Bärbel Schmidt-Sakic.
Beide "Inseln" waren Streitobjekte der Supermächte. War Kuba der sozialistische Stachel im Fleisch der US-Amerikaner, blieb Westberlin auch nach dem Bau der Mauer eine Provokation für die Sowjetunion. Die USA drohten, die Freiheit der Stadt, ihre Zugangswege und die Präsenz der Westmächte notfalls militärisch zu verteidigen, stützten sich dabei auf ihre nukleare Überlegenheit.
Viel spricht dafür, dass Chruschtschow durch die Raketenstationierung auf Kuba nicht nur Castros Insel schützen und im atomaren Rüstungswettlauf aufholen wollte. Er konnte damit auch die Voraussetzung schaffen, in der Berlin-Frage mehr Druck auf Kennedy auszuüben. Der US-Präsident geriet in Zugzwang. Hohe Militärs forderten von ihm, Kuba notfalls anzugreifen, bevor die sowjetischen Mittelstreckenraketen einsatzfähig waren.
Doch würde Moskau dann womöglich gegen die "Achillesferse" Westberlin vorgehen - und der Funke nach Europa überspringen? Zudem standen auf Kuba längst taktische Nuklearwaffen zur Abwehr bereit, davon hatten die Entscheider in Washington keine Kenntnis. Hätte der sowjetische Befehlshaber auf Kuba etwa im Fall einer US-Invasion Atomsprengköpfe eingesetzt - darin sind sich damalige Akteure beider Seiten heute einig - wäre eine nukleare "Kettenreaktion" in Gang gekommen, die auch vor Europa nicht Halt gemacht hätte.
Wie nach Jahrzehnten freigegebene Dokumente aus Militärarchiven in Ost und West belegen, hätte der Mitte des Kontinents ein Inferno gedroht. Manöverberichte und Planspiele malen drastische Szenarien aus: Mehr als 2000 Nukleardetonationen hätten vor allem den deutschen Raum in eine Trümmerwüste verwandelt, mit zig Millionen Toten. Zudem hätten womöglich Deutsche gegen Deutsche Atomwaffen einsetzen müssen, denn NVA und Bundeswehr verfügten über Trägersysteme, die im Kriegsfall mit nuklearen Sprengköpfen ihrer Vormächte bestückt worden wären.
In letzter Minute verständigten sich Kennedy und Chruschtschow - über geheime Kanäle - auf einen Kompromiss. Im Gegensatz zu höchsten Militärs auf beiden Seiten waren sie zu dem Schluss gekommen, dass ein Atomkrieg zwischen Ost und West nicht mehr führbar war.

Textquelle: Presseportal

Die Sendung wird ausgestrahlt am Sonntag, den 23.04.2017 um 14:00 Uhr auf Phoenix.