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Die Spur der Ahnen

Vaters Flucht vor den Nazis
Mittwoch, 03.05.2017 21:15 Uhr
MDR
Mittwoch
03.05.2017
21:15 Uhr
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Bildquelle: ARD-Pressebild
Bildquelle: ARD-Pressebild

Akiba Zwick wuchs in einer glücklichen Familie auf. Aus dieser Zeit besitzt er nur noch wenige Fotos: von seiner Schwester Leni, von sich und seinem Bruder Moritz, von seinen Eltern Fanny und Jakob. Der Rest ist Erinnerung. Denn von einem auf den andern Tag wurde die Familie im Jahr 1938 auseinander gerissen.
Das Kind von einst kehrt zurück
Akiba Zwick war damals zehn Jahre alt - ein Kind, das nicht verstand, was um ihn herum geschah. Heute ist er ein Mann von 85 Jahren, der sich auf den Weg macht. Von Israel aus bricht er auf zurück nach Leipzig. Seine Suche beginnt im Waldstraßenviertel. Denn dort lebte die Familie. Der Vater betrieb einen Pelzhandel am Brühl, den er nach der Reichspogromnacht von 1938 jedoch bald aufgeben mussten. Juden durften im Zuge der Arisierung keine eigenen Unternehmungen mehr führen.
Heute will Akiba wissen, wie genau es seinen Eltern und seiner Schwester in den letzten Tagen und Monaten ihres Lebens erging, er möchte verstehen, warum er überlebte. Ihn quälen viele offene Fragen: Warum floh sein Vater damals zunächst alleine, ohne die Familie? Was genau geschah mit ihm? Was passierte mit seiner Mutter, was mit der Schwester? Vor ihm liegt eine äußerst emotionale Reise in die Vergangenheit, eine Reise, bei der Akiba erfährt, wie stark und selbstlos seine Eltern waren. Seiner Mutter gelang es noch, drei ihrer Kinder auf einen der letzten Kindertransporte weg aus Deutschland zu schicken ...
Lehrstück über die Kraft der Familie
Im Leipziger Waldstraßenviertel, dort wo heute schick sanierte und begehrte Altbauwohnungen stehen, trugen sich damals viele solcher Tragödien zu. In der sehr persönlichen Geschichte von Akiba Zwick bekommt der Holocaust ein Gesicht: Aus einst namenlosen Opfern werden Eltern, Söhne und Töchter, Nachbarn oder Freunde mit konkreten Geschichten. Sie zeigen eindringlich, wie perfide und total die Verfolgung der jüdischen Bevölkerung durch die Nazis war.
Doch nicht "nur" davon erzählt der Film. Akibas Familiengeschichte ist auch ein Lehrstück über die Kraft der Familie, über Liebe in schwerster Zeit, über einen sympathischen Mann, der seinen Lebensmut nie verlor. Er hat die Stärke seiner Eltern weitergegeben. Das Vermächtnis von Fanny und Jakob Zwick, den beiden Leipzigern, die die Nazis ermordeten, lebt in ihren Enkeln und Urenkeln fort. Akiba Zwicks Familie prägt bis heute ein starker Zusammenhalt und so begleiten ihn seine Angehörigen an die Orte seiner Kindheit, um zu erfahren, woher sie kommen ...
Ein Film von Jacek Kubiak

Textquelle: Presseportal

Die Sendung wird ausgestrahlt am Mittwoch, den 03.05.2017 um 21:15 Uhr auf MDR.