

* Türkei: junge Männer kämpfen für Erdogan
Taha Kurt bereitet sich auf eine lange Nacht vor. Der 23-Jährige ist AKP-Mitglied und zurzeit fast jeden Abend unterwegs. Vor dem Referendum wirbt er für das Präsidialsystem und für Erdogan. In seinem Viertel ist Taha Kurt ein bekannter Mann. Er wurde beim Putschversuch auf der Straße angeschossen, er ist ein "Gazi", ein Held. Die kleine Schwester ist stolz auf ihn. In einem Schrank bewahrt er seinen größten Schatz auf: einen Kugelschreiber mit dem Monogramm des Präsidenten. Ein persönliches Geschenk von Erdogan. Taha arbeitet bei den Stadtwerken an der Planung von urbaner Infrastruktur mit. Die AKP hat der Türkei Fortschritt und Wirtschaftswachstum gebracht, meint er. Er hofft darauf, dass alle Bürger einsehen, dass ein friedliches Zusammenleben möglich ist. Allerdings zu den Spielregeln der AKP. Mit einem starken Präsidenten Erdogan.
* Schweiz: Versuchslabor im Kuhstall
Die Ausscheidungen von Kühen sehen nicht nur ekelig aus und stinken. Sie sind auch giftig. Deshalb haben Forscher in der Schweiz nun einen Versuchsstall errichtet, um herauszufinden, wie das schädliche Ammoniakgas reduziert werden kann. Ein automatischer Mistschieber kümmert sich um den Urin und den Kot. Ein erstes Ergebnis gibt es schon: mehr Sauberkeit im Stall führt zu weniger Ammoniakbildung. Jetzt müssen nur noch die Bauern von der automatischen Reinigungsanlage überzeugt werden.
* Indien: Anti-Romeo-Brigaden
Die Anti-Romeo-Brigaden im indischen Bundesstaat Uttar Pradesh hat die neue hindunationalistische Regierung eingeführt, um die Moral zu verbessern. Kanchan Choudhary leitet die Anti-Romeo-Brigaden. Sie ist auf dem Weg zum ersten Einsatz des Tages. Vor einer Mädchenschule in Meerut lungern Dutzende Jungen aus der Nachbarschule herum, um Mädchen "anzugraben". Das missfällt der resoluten Polizistin. Sie stellt die Jungen zur Rede und verscheucht sie: "Die Jungs sollen ruhig Angst vor uns haben. Denn ansonsten gewöhnen sie sich daran, Frauen zu belästigen. Das passiert oft. Selbst mir, wenn ich keine Uniform anhabe."
* Peru: Hilfe im Katastrophengebiet
Sie haben überlebt, aber alles verloren. Als kürzlich heftige Schlammmassen das Haus des peruanischen Ehepaars weggerissen haben, konnten sie sich an den Seilen, die eine Hilfsorganisation schnell gespannt hatte, festhalten. Sie kämpften sich durch den Schlamm und konnten gerettet werden. Jetzt sitzen sie im Haus eines Schwagers in der Nähe der Hauptstadt Lima und können noch immer nicht begreifen, was geschehen ist. Währenddessen warten viele Peruaner noch auf Hilfe in den abgeschnittenen Dörfern an den Andenhängen. Per Hubschrauber werden sie mit Lebensmitteln versorgt. Durch die zahlreichen Erdrutsche, die auch viele Brücken zerstört haben, ist an Wiederaufbau noch nicht zu denken. Auch wenn sich die Wetterlage nun langsam entspannt. In den vergangenen Wochen hatte in Peru starker Dauerregen Flüsse über die Ufer treten lassen und die Erde aufweichen lassen. Mindestens 90 Menschen kamen ums Leben.
* Polen: Streicheleinheiten für Waisenkinder
Die Stiftung Tuli Luli (das heißt: Schmuse-Wiege) kümmert sich um Waisenkinder. Obwohl all die hier lebenden Babys einen schweren Start ins Leben haben, erfahren sie trotzdem Geborgenheit. Kaum irgendwo wird so viel gekuschelt, geknuddelt, gespielt, gelächelt, in Babysprache gesprochen wie hier. Die Idee zu Tuli Luli hatte Jolanta Kaluzna. Sie ist auch die Chefin hier. Zu Tuli Luli kommen Babys schon kurz nach der Geburt, deren Eltern konnten oder wollten sie nicht behalten. Normalerweise kämen sie in ein Kinderheim. Aber Jolanta Kaluzna findet, es gibt dort einfach zu wenig Zuwendung und das in dem so wichtigen ersten Lebensjahr. Der Betreuungsschlüssel bei Tuli Luli ist fast eins zu eins: eine Betreuerin, ein Kind. In einem normalen Kinderheim ginge das nicht. Und hier geht es auch nur dank der Freiwilligen, die sich zahlreich melden.
Die Sendung wird ausgestrahlt am Samstag, den 08.04.2017 um 16:30 Uhr auf tagesschau24.