Die ersten Siedler kamen in der Jungsteinzeit. Auch sie waren Ackerbauern. Schriftliche Zeugnisse hinterließen sie nicht, aber Werkzeuge, Behausungen, Zeremonienplätze und Gräber in einer Fülle, wie sie woanders in Europa nicht zu finden ist.
Das berühmteste neolithische Monument von Orkney ist der Ring of Brodgar, ein Steinkreis so alt wie die ägyptischen Pyramiden. 36 von ursprünglich 60 Monolithen sind erhalten. In Sichtweite befindet ein weiterer, kleinerer Kreis: die Standing Stones of Stenness. Dienten sie als Versammlungsplätze, Opferplätze, Gebetsplätze?
Die Antworten der Wissenschaft bewegen sich im Bereich der Spekulation.
Zuverlässiger ist das Wissen über die Behausungen der frühen Siedler, denn Orkney besitzt das besterhaltene prähistorische Dorf Nordeuropas: Skara Brae. Bis 1850 war es unter einer Sanddüne versteckt. Den Höhepunkt neolithischer Baukunst bildet jedoch das Kammerngrab von Maes Howe. Mitten auf einer Viehweide führt ein elf Meter langer Tunnel in einen künstlichen Hügel, das Totenreich der Steinzeitmenschen. Eine meisterhafte Kuppelkonstruktion mit Strebepfeilern und Kragsteingewölbe.
Viele der kunstvoll geschichteten Steine sind übersät mit Runen - Graffiti der Wikinger. Sie waren die ersten Fremden auf Orkney.
Die wertvollsten Natur- und Kulturdenkmäler der Welt schützt die UNESCO seit 1972 als "Erbe der Menschheit". Die Fernsehreihe "Schätze der Welt" erzählt von diesen Orten in eindrucksvollen Bildern.
Die Sendung wird ausgestrahlt am Donnerstag, den 06.04.2017 um 07:35 Uhr auf SR.