

* Königliche Dynastien
Die Romanows
Film von Julia Melchior und Sebastian Dehnhardt
Peter der Große modernisierte das Land und machte es zur europäischen Großmacht. Mit Katharina der Großen eroberte eine Deutsche den russischen Zarenthron. Mit Verstand und ohne Skrupel wurde sie zur mächtigsten Frau der Welt. Unter Nikolaus II. ging das Zarenreich unter. Der letzte Zar, seine Familie und seine treuesten Diener wurden in der Nacht vom 16. auf den 17. Juli 1918 umgebracht. Es war einer der brutalsten politischen Morde des 20. Jahrhunderts. In ganz Russland machten die Bolschewiken in jenen Tagen Jagd auf Angehörige der Romanow-Familie. 18 Mitglieder der Dynastie und zahllose Menschen aus ihrem Umfeld fielen ihnen zum Opfer. Doch einige konnten rechtzeitig außer Landes fliehen. Rund 60 Angehörige der Zarenfamilie leben heute über die ganze Welt verstreut.
Die Filmemacher besuchten die Nachfahren der Romanows. Persönlich und kenntnisreich blicken die hochbetagten Brüder Prinz Nicholas und Prinz Dimitri auf ihre Familiengeschichte zurück. Bis heute begleitet sie das Schicksal der Zarenfamilie, zu dessen Aufklärung sie aktiv beigetragen haben. Wie es gelungen ist, den Jahrhundertmord mit all seiner Brutalität und den vielen Rätseln aufzuklären, berichtet Chefermittler Wladimir Solowjow eindrucksvoll. Zeugnis vom einstigen Leben am russischen Zarenhof legt Xenia Sfiris ab, die Großnichte des letzten Zaren. Sie erzählt von den Erinnerungen ihrer Großeltern an die Zarenfamilie und den Zarenflüsterer Rasputin, der im Haus ihrer Großeltern - unter Mitwirkung des Großvaters - ermordet wurde.
Wie wichtige Schlüsselereignisse sich im Zarenreich zugetragen haben, dokumentiert der Film bildstark. Er nimmt den Zuschauer mit auf eine Entdeckungsreise durch die Geschichte Russlands. Von ausgenommener Schönheit präsentieren sich in St. Petersburg die Romanow-Paläste als steinerne Zeugen von einstiger Macht und unermesslichem Reichtum, während in Jekaterinburg die Narben der Vergangenheit vom Massaker an der Zarenfamilie noch immer gegenwärtig sind. Selbst hinter den Pforten des Moskauer Kremls, dem Zentrum der Macht, wo einst die Geschichte der Romanow-Herrschaft begann, gelangen seltene Aufnahmen.
Die Dokumentation spannt den Bogen von der Blütezeit der Herrscherfamilie bis zum Vermächtnis der Romanows. Anhand ausgewählter Biografien reflektiert der Film mit Hilfe szenischer Rekonstruktionen und Computeranimationen die Geschichte des zaristischen Russlands und beschäftigt sich damit, wie die 300-jährige Herrschaft der Romanows das Land bis heute prägt. Dabei wird auch der Ursprung der heutigen Machtverhältnisse ergründet. Denn das Erbe der Zaren ist im heutigen Russland noch deutlich spürbar. Auch der aktuelle Kreml-Herrscher bedient sich mancher Symbole und Visionen vergangener Zarenherrlichkeit.
* Skandal Royal
Die Romanows - Mythos Zarenmord
Film von Jennifer Silverman
1918 exekutieren die Bolschewiki die Romanows, die Familie des letzten russischen Zaren. Die russische Regierung behauptet zwar, alle Mitglieder seien dabei ums Leben gekommen, doch gravierende Fragen bezüglich der genauen Todesumstände bleiben unbeantwortet. Starb damals wirklich die ganze Familie oder könnten ein oder mehrere Mitglieder entkommen sein? Gelingt es einem Team aus forensischen Anthropologen und DNA-Experten ein für alle Mal zu klären, was wirklich mit den Romanows geschah?
* Russland, mein Schicksal
Sankt Petersburg
Film von Jan N. Lorenzen und Carsten Günther
Sankt Petersburg ist die Stadt, die mehrfach ihren Namen geändert hat und die in immer neuen Facetten von der Suche der Russen nach ihrer Identität zwischen Ost und West erzählt. Als Russlands "Fenster zum Westen" wurde sie 1703 von Zar Peter dem Großen im Sumpfland der Ostseeküste aus dem Nichts gegründet.
Dass die Stadt mit ihren prachtvollen Palästen, goldenen Kuppeln und breiten Boulevards bis heute ein einzigartiges architektonisches Denkmal ist, hat viel mit einem Mann aus dem Tessin zu tun: Der Architekt Domenico Trezzini schuf den Masterplan für die neue Metropole, legte den Grundstein für das Straßen- und Kanalnetz, lieferte die Pläne für Garten und Paläste, für Brücken und Parkanlagen. Doch Sankt Petersburg ist auf Knochen gebaut: Zehntausende Arbeiter verloren bei den Bauarbeiten ihr Leben, durch Unfälle oder Krankheiten.
Und auch Domenico Trezzini wurde nicht der Ruhm zuteil, den er verdient hätte. Während er rasch in Vergessenheit geriet, entwickelte sich "seine" Stadt innerhalb weniger Jahrzehnte zum Zentrum der russischen Kunst und Wissenschaft.
Einhundert Jahre später machte dort der junge Dichter Alexander Puschkin von sich reden. Revolutionär war schon, dass er auf Russisch schrieb, was bin dahin weder die Sprache des Adels noch der Literaten gewesen war. Doch das Enfant terrible Sankt Petersburgs lehnte sich in den literarischen Salons auch mit gewagten Gedichten gegen den Zaren auf - und wurde in die Verbannung geschickt. Nach seiner Rückkehr wurde ihm die Eifersucht wegen seiner Frau Natalja zum tödlichen Verhängnis: Im Januar 1837 starb er nach dem Duell mit einem französischen Baron. Doch sein Lebenswerk ist unsterblich, bis heute ist Puschkin einer der populärsten Dichter Russlands.
Sankt Petersburg ist auch der Ort, an dem die Russische Revolution 1917 ihren Anfang nahm. Als Wladimir Iljitsch Uljanow, genannt Lenin, hier mit Duldung der deutschen Behörden und heimlich unterstützt mit deutschem Geld die Chance zum kommunistischen Umsturz ergriff, hieß die Stadt Petrograd, 1924 wurde sie in Leningrad umbenannt. Doch was der Aufbruch zu einer besseren Welt sein sollte, mündete in eine blutige Terrorherrschaft.
Im Zweiten Weltkrieg erlebte die Stadt ihr schlimmstes Drama: Leningrad wurde 900 Tage lang von deutschen Truppen belagert. Rund eine Million Menschen starben an Hunger und Entkräftung.
Die elfjährige Tanja Sawitschewa wurde Zeugin und Opfer einer der größten Tragödien der russischen Geschichte. In ihrem Tagebuch notierte sie, wie ihre Familie langsam zugrunde ging - ihre Schwester, ihre Großmutter, ihr Bruder, dann ihre Mutter. Ihr Tagebuch ist die Chronik einer sterbenden Stadt.
Die Sendung wird ausgestrahlt am Mittwoch, den 15.03.2017 um 04:30 Uhr auf Phoenix.