

Eine Katastrophe für Mensch und Umwelt! In einer Januarnacht des Jahres 2009 verwüstete der Orkan Klaus mehr als die Hälfte des Forêt des Landes in Südwestfrankreich, welcher das größte zusammenhängende Waldstück Westeuropas ist. Dabei waren die Schäden noch gar nicht behoben, die zwei andere Winterstürme - der Orkan Lothar und Folgesturm Martin - Ende Dezember 1999 dort angerichtet hatten.
Dieser einzigartige Wald mit seinen riesigen Seekieferbeständen wurde im 19. Jahrhundert von Menschenhand angelegt: einerseits zum Trockenlegen der Sümpfe und Moore, andererseits zur wirtschaftlichen Nutzung. Auch 150 Jahre später ist der Wald noch ein wichtiger Wirtschaftsfaktor in der Region. Doch heute kämpft er auch mit den Folgen des Klimawandels.
Nach dem Schock durch Orkan Klaus steht für die Förster fest: Man kann nicht mehr so weiterwirtschaften wie bisher, sondern muss die beispiellose Katastrophe als Chance für Veränderungen nutzen. Und dazu braucht man die Hilfe von Wissenschaft und Forschung.
Aufforsten ja, aber besser, lautet die Devise. Die Schwachstellen des Systems sind schnell erkannt: schnurgerade angepflanzte Bäume, Sandböden und Monokultur. Diese drei Faktoren machen den Baumbestand anfällig für Stürme und Schädlingsbefall. Die Wissenschaftler setzen nun auf Hightech und führen Experimente zur genetischen Verbesserung der Kiefern durch. Sie empfehlen die biologische Schädlingsbekämpfung und die Einführung neuer, resistenterer Baumarten. Statt Monokultur soll jetzt Mischkultur einziehen. Dies eröffnet neue Perspektiven und fördert ein vielfältigeres, widerstandsfähigeres Ökosystem.
Allerdings stellen diese Lösungen einen radikalen Bruch mit dem seit Jahrzehnten gängigen Bewirtschaftungsmodell dar. In den "Landes" soll die ungewöhnliche Verbindung von neuen Technologien und umweltfreundlichen Methoden der Natur eine Chance geben.
* Thementag: Von Bäumen und Menschen
Wälder gelten als grüne Lunge der Erde, denn sie nehmen Kohlendioxid aus der Luft auf und geben Sauerstoff ab. Wälder sind wichtiger denn je, da heutzutage immer mehr CO2 produziert wird. Um diese Botschaft zu verbreiten, hat die UNO den internationalen "Tag des Waldes" eingeführt. Auch ARTE feiert die Bäume - und ihre Bewahrer.
Die Sendung wird ausgestrahlt am Samstag, den 18.03.2017 um 12:55 Uhr auf arte.