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Unsere Sparkassen: Wer kassiert die Gewinne?
Samstag, 18.03.2017 22:25 Uhr
tagesschau24
Samstag
18.03.2017
22:25 Uhr
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Bildquelle: ARD-Pressebild
Bildquelle: ARD-Pressebild

Sie sind überall, jeder kennt sie und sie waren schon immer da: die Sparkassen. Ihre Chefs sind stolz auf die regionale Verwurzelung und das gute Image ihrer Institute. Die Sparkassen verstehen sich gerne als "die Guten" unter den Banken, schließlich sind sie laut Satzung dem Gemeinwohl verpflichtet. Keine schlechte Grundlage für gute Geschäfte. Die spülen seit langem ordentliche Gewinne in ihre Tresore. Allein im Jahr 2015 haben die öffentlich-rechtlichen Sparkassen in Norddeutschland rund 650 Millionen Euro verdient, vor Steuern. Doch wohin mit dem Geld? Diese Frage stellt sich jedes Jahr von neuem. Einen Teil der Gewinne könnten die Sparkassen an Landkreise und Städte abführen, zu denen sie gehören. Doch das passiert kaum. Warum eigentlich nicht?
Eine Erklärung: das Verhältnis der Sparkassen-Vorstände zu Landräten und Oberbürgermeistern. Denn die könnten die Gewinne für die Kommunen einfordern - als Verwaltungsräte sind sie für die Kontrolle der Sparkassen zuständig. Doch die meisten lassen den Sparkassen-Vorständen freie Hand über die Gewinne. Deren wichtigstes Argument: Sie bräuchten hohe Rücklagen. Sparkassenkritiker wie Prof. Ralf Jasny sehen den Grund für diese Entwicklung in der mangelnden Kontrolle des Vorstands durch die zuständigen Kommunalpolitiker: "Die bankfachliche Qualifikation springt einem da nicht auf den ersten Blick ins Auge." Er fordert kompetentere Aufsichtsgremien, die unabhängig sind von Parteizugehörigkeit.
Wenn einzelne Lokalpolitiker doch nach einer sogenannten "Ausschüttung" fragen, verweisen die Sparkassen gerne auf ihr finanzielles Engagement bei Sponsoring und Spenden für wohltätige Zwecke, Sport und Kultur. Zu heftigen Konfrontationen zwischen Politik und Sparkasse kommt es höchst selten. Niemals wurde öffentlich heftiger um die Gewinne gestritten als im vergangenen Jahr zwischen Oberbürgermeister Thomas Geisel und der Stadtsparkasse in Düsseldorf. Er betont: "Eine derartige Kompromisslosigkeit, wie ich sie bei der Sparkasse vorgefunden habe, habe ich noch nie in meinem Leben erlebt." Sparkassenvorstand Michael Meyer spricht dagegen von einem "einigermaßen lauten Vorgang", den er aber "gar nicht so unnormal" finde.
Die Vertreter der Sparkassen rechtfertigen sich mit schwierigen Zeiten. Die "Niedrigzinsphase" würde die Gewinne auffressen, die Bankenaufsicht setze sie unter Druck und immer weniger Kunden besuchten die Filialen. Auch an der Schließung von Geschäftsstellen führe deshalb kein Weg vorbei. Dennoch geht es den Sparkassen in Norddeutschland heute vielerorts noch gut. Im Jahr 2015 wurde sogar mehr Gewinn gemacht, als im Jahr zuvor. 45 Min über den Umgang von Kommunalpolitikern und Vorständen mit den Gewinnen der Sparkassen.

Textquelle: Presseportal

Die Sendung wird ausgestrahlt am Samstag, den 18.03.2017 um 22:25 Uhr auf tagesschau24.