

"Ruina Montium" nannten die Römer die Bergbautechnik, mit der sie Berge in der eroberten Provinz Terraconensis durch Wasserkraft sprengten, um an die goldhaltigen Schichten zu gelangen. Wie mit Maulwurfsgängen wurde die Erde durchhöhlt. Asturier im Dienst des Imperium Romanum gruben Tunnel und Schächte, in die zerstörerischen Wassermassen geleitet wurden. Ob der Geschichtsschreiber Plinius übertrieb, als er notierte: 'Was in Las Médulas geschieht, übersteigt das Werk von Giganten. In die Berge werden Gänge und Stollen gegraben ... monatelang sehen die Bergleute keine Sonne und viele von ihnen sterben in den Tunneln.
Was man heute sieht, blieb stehen, wenn der Druck der Wassermassen die Berge nicht vollständig zerreißen konnte, und es wirkt oft wie ein abstraktes Kunstwerk. Doch es ist ein zugängliches Kunstwerk mit Wanderwegen. Mérida in der Extremadura, zu römischen Zeiten Augusta Emerita, wurde im Jahr 25 vor Christi Geburt gegründet, um verdienten römischen Kriegsveteranen aus den Spanienfeldzügen einen Ruhesitz zu bieten. So konnte man eine starke Präsenz im Westen Spaniens aufbauen. Nach dem schon vielfach bewährten stadtplanerischen Muster römischer Städte angelegt, wuchs Augusta Emerita schnell zu einer bedeutenden Kultur- und Verwaltungsstadt. Heute lassen die zahlreichen, hervorragend erhaltenen Bauwerke Leben, Geschäft und Vergnügen zur römischen Zeit erahnen. Grundlage für die Prosperität der Stadt war die Wasserversorgung: Der Stausee Cornalvo mit der 2.000 Jahre alten Staumauer, das Aquädukt Los Milagros sind Beispiele für die technischen Fertigkeiten der römischen Architekten und Ingenieure.
Der Film verfolgt den Weg des Wassers bis in die Häuser und erzählt kurze Episoden von den Bewohnern und deren Bediensteten, Alltagsgeschichten zwischen dem grossartigen kosmologischen Mosaik und dem Atrium in der Casa del Mitraeo. Nach dem Alltag das Vergnügen: Im Theater mit seinem monumentalen zweistöckigen Bühnenhaus glaubt man, noch die Komödien von Pautus zu hören. Im ovalen Amphitheater ist die Atmosphäre, wenn 15.000 aufgeregte Zuschauer ihre Gladiatoren anfeuerten, zu spüren.
Die wertvollsten Natur- und Kulturdenkmäler der Welt schützt die UNESCO seit 1972 als "Erbe der Menschheit". Die Fernsehreihe "Schätze der Welt" erzählt von diesen Orten in eindrucksvollen Bildern.
Die Sendung wird ausgestrahlt am Dienstag, den 14.02.2017 um 04:30 Uhr auf Phoenix.